Schutzmaßnahmen für Sandregenpfeifer an Ostsee zeigen Erfolg
Sandregenpfeifer-Schutz an Ostsee erfolgreich

Der Schutz des bedrohten Sandregenpfeifers an der mecklenburgischen Ostseeküste zeigt laut Vogelschützern deutliche Erfolge. Abgesperrte Strandbereiche und die Aufzucht im Zoo Rostock tragen dazu bei, dass die Population des kleinen Watvogels stabilisiert werden kann. „Fast alle in diesem Jahr eingerichteten Schutzflächen wurden von den Vögeln angenommen, sodass wir an vielen Stellen Bruten nachweisen konnten“, erklärte Jonas Homburg, Vogelkurator im Zoo Rostock. „Für eine vom Aussterben bedrohte Vogelart ist das ein ausgesprochen ermutigendes Signal.“

Weniger als 1.000 Brutpaare in Deutschland

Der Sandregenpfeifer hat laut Zoo weniger als 1.000 Brutpaare in Deutschland. Er brütet zwischen April und August an den Sand- und Kiesstränden der Ostsee. Seine Nester bestehen lediglich aus einer flachen Mulde im Sand. Eier und Küken sind hervorragend getarnt und dadurch kaum zu erkennen. „Genau diese Tarnung wird an stark genutzten Stränden jedoch häufig zum Problem: Gelege und Jungvögel werden leicht übersehen und zertreten oder die Niststandorte gestört.“

Hinweisschilder und Schutzareale

Zum Schutz weisen saisonal aufgestellte Hinweisschilder in entsprechenden Bereichen Strandbesucher darauf hin, diese nicht zu betreten und Hunde anzuleinen. Aktuell gibt es solche Areale in Börgerende, in Elmenhorst, in Wittenbeck, aber auch im Naturschutzgebiet Riedensee, im Bereich der Rostocker Heide und an der Wismarbucht.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Aufzucht im Zoo und Auswilderung

Besonders gefährdete Gelege, die nicht vor Ort geschützt werden können, werden im Zoo Rostock ausgebrütet, die Jungvögel aufgezogen und später wieder ausgewildert. Erstmals wurden im vergangenen Jahr Sandregenpfeifer entsprechend ausgewildert. Bisher seien sechs Sandregenpfeifer erfolgreich aufgezogen und anschließend wieder in die Freiheit entlassen worden. Dieses Jahr mussten den Angaben zufolge bislang keine Gelege in Obhut genommen werden, da die Brutpaare die vorhandenen Schutzflächen erfolgreich nutzen.

Erfolgreiche Rückkehr eines ausgewilderten Vogels

Gestartet haben das Projekt die Fachgruppe Ornithologie Rostock, der Nabu Mittleres Mecklenburg und der Rostocker Zoo 2024. „Besonders erfreulich ist, dass dieses Jahr ein ins Projektgebiet zurückgekehrter, ausgewilderter Vogel beobachtet werden konnte“, so Homburg. Joachim Springer vom Nabu Mittleres Mecklenburg ergänzte: „Unser Ziel ist eine dauerhaft stabile Population von Sandregenpfeifern an der mecklenburgischen Ostseeküste. Davon sind wir noch ein Stück entfernt.“

Bitte um Rücksichtnahme

Die Projektpartner bitten Strandbesucherinnen und -besucher deshalb weiterhin um Rücksicht. Wer Schutzbereiche respektiert, Hunde anleint und brütende Vögel nicht stört, leiste einen wichtigen Beitrag zum Erhalt einer der seltensten Vogelarten Mecklenburg-Vorpommerns.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration