Vor drei Wochen wurde die erste umfassende Studie zu Gewalt an Berlins Schulen vorgestellt. Sie zeigte ein erschreckendes Ausmaß. Nach den Sommerferien soll beraten werden, wie es weitergeht. Eine Schulleiterin hat Ideen und viel Erfahrung.
Studie bestätigt flächendeckendes Problem
Frau Maedebach, die zehn Jahre die Kopernikus-Oberschule, eine Integrierte Sekundarschule (ISS) in Steglitz-Zehlendorf, geleitet hat und Vorsitzende des Interessenverbandes Berliner Schulleitungen (IBS) ist, sagt: „Diese Studie ist außerordentlich wichtig, da endlich wissenschaftlich evaluiert wurde, dass das kein Phänomen ist, das nur einzelne Schulen betrifft.“ Keine Leitung spreche gerne über Gewalt an der eigenen Schule, denn das schrecke Eltern und Kinder von einer Anmeldung ab. Es gebe einen Konkurrenzdruck unter den Schulen, was es so schwierig mache, das Thema ehrlich anzugehen. „Diese Studie hat das Datenmaterial geliefert, das uns jetzt bei der Problemlösung hilft“, so Maedebach.
Messerverbote und Prävention
Die Schulleiterin berichtet aus ihrer Praxis: „Einem Mädchen habe ich noch nie ein Springmesser abgenommen.“ Sie plädiert für klare Regeln und mehr Präventionsarbeit. Nach den Sommerferien soll in Berlin über konkrete Maßnahmen beraten werden. Die Studie habe gezeigt, dass Gewalt an Schulen kein Randphänomen sei, sondern viele Einrichtungen betreffe. Maedebach fordert unter anderem mehr Sozialarbeiter und bessere Konfliktlösungsprogramme.



