In Berliner Gewässern sind im Juni sechs Menschen ertrunken, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mitteilte. Fünf der sechs Opfer waren männlich, vier von ihnen im jugendlichen Alter. Ein Mann war 89 Jahre alt, das Alter der Frau blieb unbekannt.
Schauplätze der Tragödien
Die Todesfälle ereigneten sich an verschiedenen Orten: im Schlachtensee, an der Krummen Lanke, im Urbanhafen, in der Spree, in der Dahme und im Kanal am Nordufer. Zum Vergleich: Im Juni 2025 waren in Berlin drei Menschen ertrunken.
Bundesweite Bilanz alarmierend
Bundesweit zählte die DLRG im Juni 99 Ertrunkene – so viele wie seit 2003 nicht mehr. Damals starben 107 Menschen. Rund 90 Prozent der Opfer waren männlich. 40 der Ertrunkenen waren jünger als 30 Jahre, 35 älter als 50 Jahre. In einigen Fällen war das Alter nicht bekannt.
Appell der DLRG-Präsidentin
DLRG-Präsidentin Ute Vogt mahnte: „Wir appellieren besonders an Jungen und Männer, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und auf riskante Aktionen zu verzichten. Es gibt im Badesee keinen Preis zu gewinnen – aber das Leben zu verlieren.“
Ursachen und Risikofaktoren
Viele Menschen unterschätzen Gefahren wie Strömungen und Temperaturunterschiede. Zudem können viele nicht ausreichend schwimmen oder überschätzen ihre Fähigkeiten. Sprünge ins flache und trübe Wasser sowie medizinische Notfälle sind weitere Risiken.
Sicherheitstipps der DLRG
Die DLRG empfiehlt, nur an bewachten Badestellen zu schwimmen, nicht überhitzt ins Wasser zu springen und auf Alkohol und Drogen zu verzichten. Kinder müssen stets beaufsichtigt werden.
Ehrenamtliche Rettungsschwimmer im Einsatz
In Berlin betreibt die DLRG 26 Stationen an der Ober- und Unterhavel sowie am Müggelsee. Sie sind von Mai bis Oktober an Wochenenden und Feiertagen von 9 bis 18 Uhr besetzt. Alle Rettungsschwimmer arbeiten ehrenamtlich.



