Sensationsfund in Paris: Notenheft entpuppt sich als Mozart-Werk
Sensationsfund in Paris: Notenheft ist Mozart-Werk

Sensationsfund in Paris: Altes Notenheft entpuppt sich als Mozart-Werk

Ein Schatz von der Hand des Meisters: Mozarts originale Noten in einem unscheinbaren Heftchen – entdeckt in den Archiven der französischen Nationalbibliothek.

Paris – Das kleine Notenheft sieht unscheinbar aus. Und doch ist es eine Sensation. 44 Seiten, sieben Stücke für Harfe und Flöte, Kompositionsübungen – in der Handschrift des genialen Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791).

Entdeckt hat das Notenheft Konservator François-Pierre Goy in den Tiefen der Archive der französischen Nationalbibliothek. Es ist einer der bedeutendsten Funde der vergangenen Jahrzehnte, sagt Gilles Pécout, der Direktor der Bibliothek. Die Stücke in dem Heft sind insgesamt etwa 20 Minuten lang. Am Sonntag sollen sie bei einem Konzert in der Nationalbibliothek vorgetragen werden.

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Der auf anonyme Manuskripte spezialisierte Musikwissenschaftler Goy hatte die in marmoriertes Papier eingefasste Kladde untersucht, nachdem er sich andere Unterrichtsmaterialien von Mozart angesehen hatte. Ihm fielen die „rundlichen, leicht nach vorn geneigten Violinschlüssel“ und die „anders als in Frankreich notierten Bassschlüssel“ auf. Vergleiche mit anderen Manuskripten und das verwendete Papier deuteten auf Mozart hin. Später bestätigte das Mozarteum in Salzburg: Ja, es stammt von ihm.

Goy datiert das Heft auf das Jahr 1778. Damals unterrichtete Mozart die französische Harfenistin Marie-Louise-Philippine de Bonnières de Guînes in Paris im Komponieren. Das Manuskript war während der Französischen Revolution bei dem Herzog von Guînes beschlagnahmt worden und landete später in der französischen Nationalbibliothek.

Zuletzt war 2024 ein unbekanntes Jugendwerk Mozarts in Leipzig entdeckt worden, das den Titel „Ganz kleine Nachtmusik“ erhielt.

Mozart wird als Lehrer sichtbar

Der neue Fund eröffnet nun vollkommen neue Einblicke in Mozarts Zeit in Paris. Gleichzeitig zeigt er den jungen Komponisten bei seiner Arbeit als Lehrer – einem Teil seines Schaffens, der bislang kaum dokumentiert ist. Besonders bemerkenswert: In dem Heft stehen die Handschriften von Lehrer und Schülerin nebeneinander. Marie-Louise-Philippine de Guînes war eine talentierte Harfenistin aus einer adeligen Musikerfamilie. Vieles deutet deshalb darauf hin, dass in dem Heft die letzten Unterrichtsstunden festgehalten wurden.

Die letzte Übung blieb unvollendet. Auch die letzten sechs Seiten des Hefts sind leer. Es wirkt, als sei die gemeinsame Arbeit plötzlich beendet worden. Tatsächlich endeten die Unterrichtsstunden mit der Hochzeit von Mademoiselle de Guînes am 26. Juli 1778.

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