Die Sommerferien sind regelmäßig der Betreuungs-GAU für berufstätige Eltern. Während die Kinder sich auf sechs freie Wochen freuen, geraten Mütter und Väter ins Schwitzen. Sabine Rennefanz plädiert in ihrer Kolumne für eine Anpassung der Urlaubsregelung, um diese Zeit besser zu bewältigen.
Die tägliche Herausforderung der Ferienbetreuung
Ein typisches Beispiel: Neulich standen gegen Mittag vier Kinder neben dem Schreibtisch der Autorin, während sie ein Telefoninterview zum Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt führte. Die Kinder wollten fernsehen – jeder etwas anderes. Solche Szenen sind für viele Eltern Alltag in den Sommerferien.
Die sechs Wochen Ferien stellen jedes Jahr aufs Neue eine logistische und organisatorische Herausforderung dar. Nicht alle Eltern können auf ein Netzwerk aus Großeltern, Freunden oder bezahlte Ferienlager zurückgreifen. Oft müssen Urlaubstage geopfert werden, die dann im restlichen Jahr fehlen.
Forderung nach mehr Urlaubstagen für Eltern
Rennefanz schlägt vor, die Urlaubsregelung zu überdenken: „Eltern sollten Anspruch auf zusätzliche Urlaubstage während der Schulferien haben.“ Dies würde nicht nur die Betreuungslücke schließen, sondern auch die Work-Life-Balance verbessern. „Es kann nicht sein, dass jedes Jahr die gleiche Panik ausbricht, nur weil die Schule zu ist“, so die Kolumnistin.
Die Idee ist nicht neu: In einigen Ländern gibt es bereits spezielle Elternurlaubsregelungen. In Deutschland hingegen sind die Ferienzeiten oft nicht auf die Arbeitswelt abgestimmt. Laut einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbunds geben 40 Prozent der Eltern an, dass sie während der Ferien regelmäßig in Zeitnot geraten.
Gesellschaftliche Debatte um Ferienbetreuung
Die Forderung nach mehr Urlaubstagen für Eltern ist Teil einer größeren Diskussion um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Während die Politik über Ganztagsschulen und Betreuungsangebote debattiert, bleibt die Ferienzeit eine Lücke. „Es braucht flexible Lösungen, die sowohl den Bedürfnissen der Kinder als auch der Eltern gerecht werden“, betont Rennefanz.
Bis dahin bleibt für viele Eltern nur der kreative Spagat: Homeoffice zwischen Kinderbetreuung, spontane Urlaubstage und die Hoffnung auf gutes Wetter, damit die Kinder draußen spielen können. Die Sommerferien bleiben so jedes Jahr aufs Neue eine Bewährungsprobe.



