Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den tödlichen Angriff mit einem Auto am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) scharf verurteilt. „Diese Tat ist ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft, auf unsere Art zu leben und zusammenzuleben“, sagte er am Sonntag in Hamm, wo er an einem Tempelfest der Hinduistischen Gemeinde in Deutschland teilnahm.
Tödlicher Angriff am Rande des CSD
Der CSD in Berlin wurde am Samstagabend vorzeitig abgebrochen, nachdem ein Van auf dem Gehweg mehr als ein Dutzend Passanten angefahren hatte. Nach Angaben der Polizei wurde eine Frau getötet, 16 weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Die genauen Umstände der Tat sind noch Gegenstand der Ermittlungen. Der Fahrer des Fahrzeugs wurde festgenommen.
Der CSD zog nach Schätzungen mehrere Hunderttausend Menschen aus aller Welt an, die friedlich und fröhlich feiern und ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt setzen wollten. Die Großveranstaltung stand unter dem Motto „Für ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben“. Nach dem Vorfall herrschte Fassungslosigkeit unter den Teilnehmern.
Steinmeiers Reaktion in Hamm
Steinmeier zeigte sich erschüttert und entsetzt über den mutmaßlichen Anschlag. „Meine Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden der getöteten Frau und bei den Verletzten“, betonte der Bundespräsident. Er mahnte, dass solche Taten nicht nur die direkten Opfer träfen, sondern die gesamte Gesellschaft. „Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen“, so Steinmeier.
Der Bundespräsident äußerte sich am Rande des Tempelfests der Hinduistischen Gemeinde, zu dem er eine Rede hielt. In seiner Ansprache würdigte er den Beitrag der Hindu-Gemeinschaft zur religiösen Vielfalt in Deutschland und betonte die Werte des respektvollen Miteinanders.
Bedeutung für die offene Gesellschaft
Der Angriff ereignete sich während einer der größten Veranstaltungen der LGBTQ+-Community in Deutschland, die international für ihre friedliche Botschaft bekannt ist. Politiker aller Fraktionen verurteilten die Tat einhellig. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sprach von einem „feigen Angriff“ und kündigte eine schnelle Aufklärung an.
Der Vorfall wird in den Medien als möglicher rechtsextremistischer Hintergrund diskutiert, jedoch halten sich die Ermittler zu möglichen Motiven bedeckt. Unabhängig von der genauen Täterschaft wird der Angriff als Angriff auf die Werte der Offenheit und Toleranz gewertet, für die der CSD steht.
Steinmeier appellierte an die Bürger, weiterhin für eine freiheitliche Gesellschaft einzutreten. „Wir lassen uns nicht spalten“, sagte er in Hamm. Der CSD in Berlin soll im kommenden Jahr wieder stattfinden.



