CSD-Anschlag in Berlin: Polizei schließt zweiten Täter nicht aus
CSD-Anschlag: Berliner Polizei schließt zweiten Täter nicht aus

Nach dem Anschlag beim Berliner Christopher Street Day (CSD) am Samstagabend schließt die Polizei weiterhin nicht aus, dass neben dem flüchtigen Fahrer Abdul B. ein zweiter Täter beteiligt gewesen sein könnte. Dies berichtet der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf Sicherheitskreise. Grund für die Überlegungen ist ein ausgelöster Beifahrer-Airbag im Tatfahrzeug.

Airbag-Deployment nährt Zweifel

Bei dem Zusammenprall des weißen Transporters mit einem Baum löste nicht nur der Airbag auf der Fahrerseite aus, sondern auch der auf der Beifahrerseite. In vielen Fahrzeugen werden Airbags nur dann aktiviert, wenn der Sitz besetzt ist – das könnte auf eine zweite Person im Wagen hindeuten. Allerdings gibt es auch Modelle, bei denen bei einem Aufprall grundsätzlich beide Airbags auslösen. Die Polizei prüft daher alle technischen Details des Fahrzeugs.

Zeugenaussagen verstärken die Spekulationen: Mehrere Personen berichteten von Stichverletzungen, die während der Flucht des Vans entstanden sein sollen. Zudem wollen einige Teilnehmer einen schwarz gekleideten Mann mit einer Machete gesehen haben. Die Polizei nimmt diese Hinweise ernst und überprüft sie derzeit intensiv. Einige Zeugen hätten auch von einem möglichen zweiten Täter gesprochen, bestätigte ein Sprecher.

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Der Tatablauf

Am späten Samstagabend war der weiße Van in der Nähe des Potsdamer Platzes in eine Menschenmenge gefahren, die den CSD feierte. Am Steuer soll der 21-jährige Abdul B. gesessen haben, der weiterhin auf der Flucht ist. Die Polizei fahndet mit hohem Druck nach ihm und veröffentlichte ein Foto des Tatverdächtigen.

Die Bilanz des Anschlags ist schwer: Eine 27-jährige Frau erlitt tödliche Verletzungen. Nach Angaben der Feuerwehr wurden insgesamt 16 Menschen verletzt – drei schweben in Lebensgefahr, acht wurden schwer verletzt, fünf erlitten leichte Verletzungen. Alle Schwer- und Schwerstverletzten befinden sich in Krankenhäusern.

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Die Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet, die die Hintergründe der Tat untersucht. Derzeit prüfen die Ermittler das Umfeld von Abdul B. sowie mögliche Verbindungen zu extremistischen Kreisen. Auch die technische Auswertung des Fahrzeugs soll klären, ob es tatsächlich einen Beifahrer gab. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung“, so ein Polizeisprecher. „Alle Hinweise werden in die Ermittlungen einbezogen.“

Bislang gibt es keine offizielle Bestätigung für einen zweiten Täter. Die Behörden bitten die Bevölkerung um Mithilfe und verweisen auf die Möglichkeit, Hinweise anonym zu melden. Der CSD selbst reagierte betroffen: „Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen“, hieß es in einer Stellungnahme der Veranstalter.

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