Dobrindt: CSD-Anschlag in Berlin war Terror – Ermittlungen laufen
Dobrindt: CSD-Anschlag in Berlin war Terror

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat sich am Sonntagmittag im Berliner Tiergarten zu den jüngsten Geschehnissen beim Christopher Street Day (CSD) geäußert. Bei einer Pressekonferenz erklärte er, dass die bisherigen Ermittlungsergebnisse „eindeutig auf einen Terroranschlag hindeuten“. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zum Sonntag, als ein Fahrzeug in die Menschenmenge auf der CSD-Parade raste.

Pressekonferenz im Tiergarten: Dobrindt informiert über Ermittlungsstand

Der Minister trat gemeinsam mit dem Berliner Polizeipräsidenten vor die Presse. „Wir haben es mit einer orchestrierten Gewalttat zu tun, die offenbar politisch motiviert ist“, sagte Dobrindt. Die Sicherheitsbehörden hätten „umfassende Maßnahmen“ eingeleitet, um die Hintergründe der Tat aufzuklären. Nach Angaben der Polizei wurden mindestens 15 Menschen verletzt, drei davon schwer. Der mutmaßliche Täter wurde noch am Tatort festgenommen.

„Wir fahnden nach möglichen Mittätern, aber die Lage ist unter Kontrolle“, so ein Polizeisprecher. Die CSD-Veranstaltung wurde nach dem Zwischenfall abgebrochen. Zehntausende Teilnehmer mussten evakuiert werden. Die Polizei hat weite Teile des Tiergartens abgesperrt und durchsucht.

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CSD-Nacht: Das geschah in Berlin

Gegen 1:30 Uhr fuhr ein dunkler Geländewagen mit hohem Tempo in die Absperrungen der Parade auf der Straße des 17. Juni. Nach ersten Erkenntnissen handelte der Fahrer allein. Er wurde von Einsatzkräften überwältigt und befindet sich in Polizeigewahrsam. Die Identität des Mannes ist noch nicht vollständig geklärt, es soll sich um einen 32-jährigen Deutsch-Tunesier handeln.

Die Polizei wertet derzeit Videos von Überwachungskameras und Handyaufnahmen aus. „Es gibt Hinweise auf ein extremistisches Motiv, aber wir bitten um Geduld“, sagte ein Ermittler. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen.

Reaktionen aus der Politik: Entsetzen und Zusammenhalt

Bundeskanzlerin sprach von einem „feigen Angriff auf die Freiheit“ und sicherte den Opfern und ihren Familien Unterstützung zu. Auch Berlins Regierender Bürgermeister zeigte sich tief betroffen. „Diese Tat trifft uns alle, aber sie wird unsere offene Gesellschaft nicht spalten“, erklärte er. Die LGBTQ+-Gemeinde rief zu Trauerkundgebungen auf.

Dobrindt kündigte an, dass die Bundesregierung die Sicherheitsvorkehrungen für öffentliche Veranstaltungen prüfen werde. „Wir müssen aus diesem Anschlag lernen und unsere Schutzmaßnahmen anpassen“, so der Innenminister. Die Opposition forderte eine Sondersitzung des Bundestags.

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Die Polizei durchkämmte auch den nahe gelegenen Bahnhof Berlin-Tiergarten. „Schwer bewaffnete Kräfte haben alles durchsucht, aber es gab keine weiteren Funde“, berichtete ein Sprecher. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob der Täter Verbindungen zu islamistischen oder rechtsextremen Netzwerken hatte. Die Wohnung des Verdächtigen wurde durchsucht, elektronische Geräte sichergestellt.

„Alles deutet auf einen Terroranschlag hin, aber die endgültige Bestätigung müssen wir noch abwarten“, betonte Dobrindt. Er rief die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf, aber auch zur Besonnenheit. Die CSD-Gemeinde kündigte an, den Christopher Street Day in den kommenden Tagen mit einer Schweigeminute zu begehen.

Der CSD Berlin zählt zu den größten LGBTQ+-Veranstaltungen Europas. Die diesjährige Parade stand unter dem Motto „Gemeinsam stark – für Vielfalt und Respekt“. Nach dem Anschlag ist die Stimmung von Trauer und Wut geprägt. „Wir lassen uns nicht einschüchtern“, sagte eine Organisatorin unter Tränen. Die Polizei sichert nun weitere CSD-Veranstaltungen in anderen Städten mit verstärkter Präsenz.

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