Ein Auto-Angriff am Rande des Christopher Street Day (CSD) im Berliner Tiergarten hat am Samstagabend eine Tote und mehrere Schwerverletzte gefordert. Der mutmaßliche Täter, ein 21-jähriger Mann namens Abdul B., ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene zugerechnet. Er konnte zunächst fliehen, die Polizei fahndet nach ihm.
Der Angriff: Weißer Van rast in Menschenmenge
Gegen 22:00 Uhr, als die CSD-Abschlussparty am Brandenburger Tor noch in vollem Gange war, fuhr ein weißer Van auf einem Fußgängerweg im Tiergarten in eine Gruppe von Menschen. Das Fahrzeug prallte gegen einen Baum. Die Polizei bestätigte schnell, dass es sich nicht um einen Unfall handelte, sondern um einen gezielten Angriff. Eine Frau erlag ihren Verletzungen, mehrere Personen wurden schwer verletzt. Dutzende Sanitäter und Notärzte der Berliner Feuerwehr versorgten die Opfer noch in der Nacht.
Der Verdächtige: Islamist, polizeibekannt, flüchtig
Das Landeskriminalamt identifizierte den 21-jährigen Abdul B. als Tatverdächtigen. Er ist der Polizei bekannt und wird der islamistischen Szene zugeordnet, wie Polizeisprecher Florian Nath mitteilte. Ein Spezialeinsatzkommando durchsuchte noch in der Nacht eine Wohnung in Berlin-Schöneberg, fand den Gesuchten jedoch nicht. „Es war niemand da“, so Nath. Am Sonntag veröffentlichte die Polizei ein Fahndungsfoto des Mannes mit schwarzen Locken und dünnem Bart.
Sicherheitsfragen: Wie konnte der Täter in den abgesperrten Park gelangen?
Rätsel gibt die Frage auf, wie der Täter mit seinem Auto in den weitgehend abgesperrten Tiergarten gelangen konnte. Vor den Eingängen waren schwere Poller aufgestellt. „Wir fragen uns die ganze Zeit, wie der da durchgekommen ist“, sagte Nath. Die Polizei kündigte eine Pressekonferenz für Sonntag an, um weitere Details zu den Sicherheitsvorkehrungen und den Vorkenntnissen über den Verdächtigen zu geben.
Reaktionen: Betroffenheit und Trauer
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilte die Tat scharf: „Diese Tat ist ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft, auf unsere Art zu leben und zusammenzuleben.“ Bundeskanzler Friedrich Merz ließ sich in eine Lagebesprechung des Innenministeriums zuschalten. Der Verband LSVD+ schrieb: „Der Regenbogen hat heute einen Riss bekommen. Das ist ein dunkler Tag für unsere Community und unser Land.“ Am Nachmittag fand eine Trauerveranstaltung am Brandenburger Tor statt.
Stimmen aus der Bevölkerung: Trauer, Wut und Trotz
Viele Berliner kamen am Sonntag zum Tatort, um Blumen niederzulegen und zu trauern. Eine junge Frau, Antonia, weinte: „Ich war nur eine Ecke weiter. Ich habe die Krankenwagen gesehen. Es hätte jeden treffen können.“ Ein Radfahrer, der den Ort des Geschehens betrachtete, sagte unter Tränen: „Da spürt man wieder den ganzen Hass der islamistischen Welt auf den Westen.“ Ein anderer Passant erinnerte an den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt vor fast zehn Jahren. Der Vorsitzende eines queeren Chores rief zum Trotz auf: „Jetzt erst recht. Man darf sich nicht einschüchtern lassen. Wir dürfen uns nicht den Mut nehmen lassen.“ Auf dem Boden sammelten sich immer mehr Blumen und Botschaften wie „Liebe siegt“.



