Steinmeier übergibt letzte deutsche Steinkohle an Haus der Geschichte
Steinmeier übergibt letzte Steinkohle an Haus der Geschichte

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das letzte in Deutschland geförderte Stück Steinkohle an das Haus der Geschichte in Bonn übergeben. Der sieben Kilogramm schwere Kohlebrocken stammt von der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop und war Steinmeier 2018 von dem Bergmann Jürgen Jakubeit überreicht worden. Seither hatte das Erinnerungsstück seinen Platz in Steinmeiers Berliner Amtssitz Schloss Bellevue.

Ein Stück Industriegeschichte im Arbeitszimmer des Bundespräsidenten

Steinmeier berichtete, dass die Kohle in seinem Arbeitszimmer gestanden habe. „Die meisten haben das nicht für Kohle gehalten, sondern für ein Kunstwerk, was so bei Bundespräsidenten einfach mal rumsteht.“ Dies habe zu unzähligen Gesprächen über die Sozial- und Industriegeschichte Deutschlands geführt.

„Jetzt geht meine Zeit nicht nur in Bellevue, sondern meine zweite Amtszeit zu Ende, und ich komme dem Versprechen nach, dass dieses letzte in Deutschland geförderte Stück Steinkohle jetzt seinen ständigen Platz im Haus der Geschichte finden wird“, so Steinmeier. Das Exponat solle dort „ein Stück Geschichte unseres Landes weitererzählen und vielleicht auch Fragen aufwerfen“. Das Haus der Geschichte dokumentiert die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

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Ex-Bergmann Jakubeit: „Man darf nie seine Wurzeln vergessen“

Der ehemalige Bergmann Jürgen Jakubeit (57) erinnerte sich an die Übergabe 2018: „Ich habe geweint, der Abschied von der Kohle war sehr emotional.“ Nun, nach sieben Jahren beim Bundespräsidenten, sei das Haus der Geschichte der beste Ort für das Stück Kohle. „Man darf nie seine Wurzeln vergessen, wo man herkommt.“ Jakubeit fühle sich mittlerweile selbst als ein Stück Geschichte und spreche bei Führungen und in Altenheimen über die Geschichte des Bergbaus.

Die Übergabe markiert das Ende einer Ära: 2018 wurde in Deutschland die letzte Steinkohle gefördert, womit eine jahrhundertealte Industrietradition endete. Das Exponat im Haus der Geschichte soll künftig an diesen bedeutenden Einschnitt erinnern und Besuchern die Bedeutung des Bergbaus für die deutsche Sozial- und Wirtschaftsgeschichte nahebringen.

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