Die Bezirksverordneten von Steglitz-Zehlendorf haben in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen, den Radiomoderator Rik De Lisle (1947–2026) mit einer Straßenbenennung zu ehren. Der als „alter Ami“ bekannte Moderator starb am 30. März 2026 im Alter von 79 Jahren. Der Antrag von SPD und FDP, dem sich die CDU-Fraktion anschloss, fordert, Rik De Lisle in die Straßenbenennungsliste des Bezirks aufzunehmen und unabhängig davon eine außerordentliche, vorzeitige Benennung des bisher namenlosen Platzes an der Scheelestraße zu prüfen.
Rik De Lisle: Kultfigur im geteilten Berlin
Rik De Lisle war einer der bekanntesten Radiomoderatoren Berlins und galt als Kultfigur. Seine lockere Art und sein charmanter amerikanischer Akzent machten ihn bei Hörern in Ost und West gleichermaßen beliebt. Über Jahrzehnte hinweg sendete er und schaffte es, den Berlinerinnen und Berlinern ein Heimatgefühl zu geben. In der Begründung des Antrags heißt es: „Er erweiterte den kulturellen Horizont seiner Hörerinnen und Hörer beiderseits der Mauer und trug damit zum friedlichen Austausch und Verständnis über alle Grenzen hinweg bei.“
Lange Verbindung zu Steglitz-Zehlendorf
De Lisle hatte eine enge Beziehung zum Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Ab 1978 war er beim American Forces Network (AFN) in der Podbielskiallee in Dahlem auf Sendung. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Lichterfelde, wo er seinem Kiez eng verbunden war. Der für die Benennung vorgesehene Platz an der Scheelestraße liegt direkt am Lilienthalpark und in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Truppenübungsplatzes Parks Range. „Wodurch eine deutsch-amerikanische Verbindung bereits gegeben ist“, so die Bezirksverordneten.
Ausnahme von der Wartefrist gefordert
Normalerweise dürfen Straßen grundsätzlich erst fünf Jahre nach dem Tod der betreffenden Person benannt werden. Ausnahmen sind möglich. Die Bezirksverordneten fordern das Bezirksamt auf, sich um eine solche Ausnahme zu bemühen. Gerade in heutigen Zeiten wäre eine Straßenbenennung nach Rik De Lisle ein wichtiges Zeichen für die deutsch-amerikanische Freundschaft. De Lisle kam ursprünglich als US-Soldat der Air Force nach West-Berlin. Nach seiner Zeit als DJ bei AFN wechselte er zu großen deutschen Sendern wie RIAS 2 und dem Berliner Rundfunk. Er moderierte noch bis Dezember 2025 die nach ihm benannte Live-Sendung „Rik De Lisle Show“.



