Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für den heutigen Dienstag vor schweren Unwettern in weiten Teilen Deutschlands. Besonders betroffen sind die Mitte und der Süden des Landes, wo teils kräftige Gewitter mit Unwettergefahr erwartet werden. Im Westen und Südwesten müssen die Menschen gebietsweise mit „starker Wärmebelastung“ rechnen. Nach einer Nacht mit Gewittern rechnet der DWD für den Dienstagmorgen zunächst mit nachlassender, später jedoch wieder auflebender Gewitteraktivität.
Starkregen und Hagel bis zu 3 cm
Von der Mitte bis nach Süddeutschland sind demnach teils kräftige Gewitter mit Starkregen, Sturm und Hagel möglich. Die Unwettergefahr besteht vor allem durch Starkregen zwischen 25 und 40 Liter pro Quadratmeter binnen kurzer Zeit. Vereinzelt könne es auch extremen Starkregen mit mehr als 40 Liter pro Quadratmeter geben, hieß es vom DWD. Zudem könne es zu schweren Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten zwischen 70 und 90 Kilometern pro Stunde (Windstärke 8 bis 10 Beaufort) kommen. Auch Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu 3 cm sowie örtliche Hagelansammlungen sind möglich.
Tennisballgroße Hagelkörner in Mecklenburg-Vorpommern
Bereits am Montag war es im Norden des Landes zu heftigen Unwettern gekommen. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern fielen tennisballgroße Hagelkörner. Nach zwei Stunden habe sich stellenweise so viel Hagel auf dem Boden angesammelt, dass er mit Radladern weggeräumt werden musste, teilte die Leitstelle Westmecklenburg mit. Es habe ausgesehen wie nach winterlichem Schneefall. Über Verletzte war der Leitstelle nichts bekannt, auch zu Sachschäden konnte sie zunächst keine Angaben machen.
Im Landkreis gingen innerhalb einer Stunde etwa 168 wetterbedingte Notrufe ein, wie ein Sprecher der Leitstelle der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Feuerwehr musste Keller auspumpen und umgestürzte Bäume beseitigen. Mittlerweile soll sich die Wetterlage im Landkreis wieder beruhigt haben, Feuerwehrkräfte waren in der Nacht jedoch weiterhin im Einsatz, um die Notrufe abzuarbeiten. Zunächst hatten NDR und die „Bild“-Zeitung über die Unwetter berichtet.
Polizeiauto in Elmshorn steckt in Flut fest
Ein Unwetter hat zudem in Elmshorn (Schleswig-Holstein) einen Streifenwagen ausgebremst: Während eines Einsatzes am Montag blieb das Polizeiauto auf einer überfluteten Straße stecken. Verletzt wurde den Angaben der Polizei nach dabei aber niemand. Der Wagen war demnach ausgerechnet in der Wasserstraße unterwegs, als er in der Flut nicht mehr weiterkam. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.
Vermutlich nach einem Blitzeinschlag hat ebenfalls in Elmshorn der Dachstuhl eines Einfamilienhauses gebrannt. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte hätten sich aus schwarzem Rauch am Dach herausschlagende Flammen entwickelt, teilte die Feuerwehr in einer Mitteilung mit. Starkregen und Gewitter hätten den Einsatz erheblich erschwert. Nach Angaben der Feuerwehr konnten wegen der anhaltenden Blitzschlaggefahr zwei bereitstehende Drehleitern zunächst nicht eingesetzt werden. Die Einsatzkräfte löschten den Brand deshalb von innen unter Atemschutz. Im Haus wurde eine Bewohnerin vermutet, gefunden wurde jedoch niemand.
Wetterberuhigung in Sicht?
Die Unwetterlage bleibt vorerst angespannt. Der DWD rät, die aktuellen Warnungen zu beachten und bei Gewittern Schutz zu suchen. Besonders in den betroffenen Regionen sollten Keller und tiefer gelegene Räume gesichert werden. Die Feuerwehren stehen weiterhin in erhöhter Alarmbereitschaft.



