Für viele Reisende gehört ein bisschen Nervenkitzel zum perfekten Urlaub dazu. Doch an manchen Orten liegen Faszination und Gefahr besonders dicht beieinander. Trotz tödlicher Unfälle ziehen diese zehn Reiseziele jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Was macht sie so unwiderstehlich – und ist der Reiz das Risiko wirklich wert?
Hua Shan in China: Schwindelerregender Bretterpfad
Um den Südgipfel des Hua Shan zu erreichen, müssen Wanderer einen Bretterpfad in schwindelerregender Höhe bewältigen. Der Weg ist kaum 30 Zentimeter breit, ein Geländer fehlt. Das Ziel liegt auf rund 2100 Metern. Alternativ gibt es einen markierten Wanderweg oder eine Seilbahn. Dennoch wagen viele das Risiko.
Favelas in Rio de Janeiro: Slum-Tourismus mit Gefahren
Die Elendsviertel von Rio gelten als berüchtigt für Armut, Gewalt und Drogen. Seit der Fußball-WM 2014 werden geführte Touren angeboten, doch manche Touristen ziehen auf eigene Faust los – mitunter mit tödlichem Ausgang. Auch in Südafrika und Indien blüht der Slum-Tourismus.
El Camino de la Muerte in Bolivien: Die Todesstraße
Die „Straße des Todes“ führt von La Paz nach Coroico. Sie gilt als gefährlichste Straße der Welt: kein Teer, keine Leitplanken, enge Kurven und Abgründe von mehreren Hundert Metern. Zahlreiche Kreuze und Gedenktafeln erinnern an die Opfer. Seit 2006 gibt es eine Umgehungsstraße, doch viele wagen die alte Route.
Banzai Pipeline auf Hawaii: Tödlicher Surfspot
Am North Shore von Oahu liegt die Banzai Pipeline, der gefährlichste Surfspot der Welt. Hier werden bis zu 15 Meter hohe Wellen geritten. Jährlich findet die Billabong Pipe Pro statt, bei der es immer wieder zu tödlichen Unfällen kommt. Musiker Jack Johnson überlebte mit 17 einen schweren Unfall nur knapp.
Streif in Kitzbühel: Berüchtigte Skirennstrecke
Die Streif zählt zu den schwierigsten und gefährlichsten Skirennstrecken der Welt. An der steilsten Stelle, der „Mausefalle“, beträgt das Gefälle 85 Prozent. Wenn kein Rennen stattfindet, ist die Strecke für alle geöffnet – drei besonders schwierige Abschnitte sind ausgeschildert. Für Laien ist sie kaum zu bewältigen.
Couloir du Goûter am Montblanc: Todeskorridor
Tausende besteigen jährlich den Montblanc über den Goûter-Korridor, auch Todeskorridor genannt. Viele sind unzureichend vorbereitet, das Wetter schlägt schnell um, und Steinschläge sind häufig. Zwischen 1990 und 2011 kamen dort 74 Bergsteiger ums Leben, 180 wurden verletzt.
New Smyrna Beach in Florida: Hai-Hauptstadt
Der Strand in Florida trägt den Beinamen „Welthauptstadt der Haiangriffe“. Allein 2014 gab es zehn Vorfälle. Jährlich werden in Florida rund 19 Haiangriffe registriert, sowohl Surfer als auch Schwimmer sind betroffen.
Half Dome im Yosemite-Nationalpark: Gefährlicher Aufstieg
Der Half Dome ist ein 2690 Meter hoher Granitfelsen, der Kletterer anzieht. Viele Ungeübte unterschätzen die Strapazen. Mindestens 30 Menschen kamen hier ums Leben. Im Juli 2024 starb Grace Rohloff (20) beim Abstieg während eines Unwetters.
Blue Hole in Ägypten: Tödlicher Tauchspot
Das Blue Hole bei Dahab ist berühmt für sein klares Wasser, aber auch für seine Tücke. Mit 120 Metern Tiefe und einem natürlichen Tunnel, dem „Arch“, ist es extrem gefährlich. Schätzungsweise 150 bis 300 Menschen starben dort. Tiefenrausch und Stickstoffnarkose sind häufige Todesursachen.
Death Valley National Park: Extreme Hitze
Der Wüstennationalpark in Kalifornien ist einer der heißesten Orte der Erde mit Temperaturen bis zu 50 Grad. Zwischen 2007 und 2023 starben dort 62 Menschen. Unvorbereitete Wanderer sind besonders gefährdet, und Rettungskräfte können bei extremer Hitze nicht immer ausrücken.



