Rund fünf Wochen nach der öffentlichen Obduktion des in der Ostsee gestrandeten und verendeten Buckelwals hat sich die Aufregung um das Tier weitgehend gelegt. Doch nun sorgen offene Rechnungen für neuen Zündstoff. Laut Medienberichten sind sich die Geldgeber der privaten Rettungsinitiative uneins über die Kostenübernahme. Zudem fordert das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns rund 140.000 Euro von den privaten Geldgebern.
Kosten von rund zwei Millionen Euro
Die beispiellose Rettungsaktion, bei der der Buckelwal – von vielen „Timmy“ oder „Hope“ genannt – mit einem Lastkahn von der mecklenburgischen Küste bis zur Nordspitze Dänemarks transportiert wurde, soll rund zwei Millionen Euro gekostet haben. Die Trabrennbahnbesitzerin Karin Walter-Mommert und MediaMarkt-Gründer Walter Gunz hatten sich laut „Bild“-Zeitung darauf geeinigt, die Kosten zu teilen.
Streit um Kostenbeteiligung
Walter-Mommert erklärte dem Medium, sie habe eine Teilung von 60:40 vorgeschlagen. „Es bleibt noch eine Summe von rund einer halben Million offen“, sagte sie. Sie selbst habe den Großteil vorfinanziert. Gunz habe freiwillig 300.000 Euro beigesteuert, reagiere nun aber nicht mehr auf ihre Anfragen. „Jetzt hat er einfach den Kontakt abgebrochen, versteckt sich hinter seinem Anwalt und lässt mich auf der Rechnung sitzen.“
Gunz weist die Vorwürfe zurück. Sein Anwalt Joachim Steinhöfel sagte dem Tagesspiegel: „Eine Vereinbarung über eine konkrete Kostenbeteiligung oder gar eine bestimmte Quote gab es nicht. Das folgt bereits aus Frau Walter-Mommerts eigener Darstellung: Wer eine Teilung von 60:40 ‚vorschlägt‘, bestätigt damit, dass sie nie vereinbart war.“ Er ergänzte: „Frau Walter-Mommert hat gleichwohl gehandelt, als hätte sie von Herrn Gunz einen Blankoscheck. Sie erteilte eigenmächtig Aufträge, von denen er nichts wusste und die er weder beauftragt noch freigegeben hatte. Dennoch hat Herr Gunz freiwillig 300.000 Euro beigesteuert. Weitere Zahlungen wird es nicht geben.“
Behörden fordern 140.000 Euro
Der Nachrichtensender „Welt TV“ berichtete am Montag, dass das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns rund 140.000 Euro von den privaten Geldgebern fordert. Dabei geht es um die Kostenübernahme der Behördentätigkeit, darunter 1600 Arbeitsstunden und 1300 Euro für die Anmietung einer Ferienwohnung zur Koordinierung der Maßnahmen. Eine Anfrage des Tagesspiegels an das Ministerium, wie sich die Kosten genau zusammensetzen und ob rechtliche Schritte eingeleitet werden könnten, blieb unbeantwortet. Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte zuvor betont, dass die Verantwortung für die Aktion – auch finanziell – komplett bei den Initiatoren liege.



