Der verheerende Waldbrand im Süden Spaniens hat mindestens zwölf Todesopfer gefordert und sich auf 6600 Hektar (66 Quadratkilometer) Wald- und Buschfläche ausgebreitet. Das entspricht etwa zwei Dritteln der Fläche der Insel Sylt. Rund 500 Einsatzkräfte kämpfen in der andalusischen Provinz Almería gegen die Flammen, die unweit beliebter Mittelmeerstrände wie Playa de Mojácar lodern. Knapp 1500 Menschen mussten ihre Häuser und einen Campingplatz verlassen, darunter auch Touristen, vor allem aus Großbritannien.
Ursache und Verlauf des Feuers
Als Ursache des Brandes wird eine kaputte Stromleitung vermutet. Das Feuer brach in der Nacht zum Freitag aus und breitete sich laut Augenzeugen mit enormer Geschwindigkeit aus. Der Regionalpräsident zufolge legte das Feuer zeitweise 15 Kilometer in zwei Stunden zurück. Viele der Todesopfer wurden auf den Straßen von den Flammen eingeschlossen und verbrannt, als sie eine falsche Fluchtroute wählten. Acht Menschen erlitten schwere Verletzungen.
Einsatzkräfte und Löscharbeiten
Die Lage entwickelte sich zuletzt günstiger: Höhere Luftfeuchtigkeit und schwächere Winde erleichterten die Löscharbeiten. Der Präsidentschaftsminister der Zentralregierung, Félix Bolaños, sagte am Einsatzleitstand: „Teile des Feuers sind bereits nahezu stabilisiert, die Lage bleibt aber in einigen Abschnitten schwierig.“ Die am Freitag teilweise gesperrte Autobahn A7 wurde wieder freigegeben.
Opfer und Vermisste
Nach offiziellen Angaben werden weiterhin 23 Menschen vermisst, allerdings wurden bislang nur sieben Vermisstenanzeigen gestellt. Die Polizeieinheit Guardia Civil konzentriert sich bei der Suche auf die Gemeinde Bédar, wo sich das Feuer besonders überraschend und schnell ausbreitete. Die Einsatzkräfte durchsuchen dort die Häuser systematisch einzeln. Aufgrund verschiedener Indizien gehen die Behörden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass unter den Toten mehrere Briten und Belgier sind. „Man müsse aber die Identifizierung der Opfer abwarten, die sich schwierig gestaltet“, hieß es.
Reaktionen und Hintergrund
Bundeskanzler Friedrich Merz reagierte erschüttert auf die Todesfälle: „Die Nachrichten über die Feuerkatastrophe in Andalusien sind bestürzend.“ Er habe dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez seine Anteilnahme ausgesprochen und hoffe, dass die vielen Verletzten und Angehörigen der Opfer „Trost finden“. Spanien sowie Portugal und andere europäische Länder werden seit Wochen von einer Serie von Waldbränden heimgesucht. Seit Jahresbeginn haben großflächige Feuer allein in Spanien bereits mehr als 60.000 Hektar Land zerstört, wie Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) zeigen.



