Wasserversorgung in Berlin trotz Hitzewelle stabil – Verbrauch steigt
Wasserversorgung in Berlin trotz Hitzewelle stabil

Trotz der anhaltenden Hitzewelle im Juni ist die Trinkwasserversorgung in Berlin nach Angaben der Berliner Wasserbetriebe nicht gefährdet. Man sei „im Moment noch nicht“ in einer kritischen Lage, sagt Pressesprecher Stephan Natz. Von Langzeitrekorden beim Wasserverbrauch sei Berlin noch „weit weg“. Allerdings steige der Wasserverbrauch an heißen Tagen deutlich an.

Wasserverbrauch an heißen Tagen deutlich höher

Im Jahresdurchschnitt werden in Berlin nach Angaben der Wasserbetriebe täglich rund 600.000 Kubikmeter Wasser abgegeben – ungefähr so viel, wie das Olympiastadion fasst. „Wenn es im Sommer brütend heiß ist, kann das schon mal auf deutlich über 800.000 Kubikmeter am Tag hochgehen“, sagt Natz. Das sind etwa 33 Prozent mehr. Der bislang höchste Tageswert in diesem Jahr lag demnach am vergangenen Freitag, dem 19. Juni, bei 800.000 Kubikmetern. Die Temperaturen stiegen an dem Tag auf bis zu 35 Grad. Am Montag, dem 22. Juni, wurden 721.300 Kubikmeter registriert, am verregneten Sonntag 692.000 Kubikmeter, am Sonntag davor 754.000 Kubikmeter.

Berlinerinnen und Berliner sparsamer mit Wasser

Nach Einschätzung von Natz hat der Wasserverbrauch „viel mit Psychologie zu tun“. Wenn Gewitter und Regen angekündigt sind, werde oft weniger Wasser verbraucht – etwa weil dann weniger Menschen ihre Gärten sprengten. Auch während der Trinkpausen bei Deutschlandspielen seien Ausschläge im Verbrauch zu beobachten. In den vergangenen zwei Jahren hätten die Wasserbetriebe zudem nachts zwischen 2 und 4 Uhr einen „treppenförmigen Verlauf“ festgestellt. Laut Natz könne das damit zusammenhängen, dass viele Berliner Zeitschaltuhren für Rasensprenger nutzen. „Die Botschaft ist bei den Leuten angekommen“, sagt er.

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Zugleich bitten die Wasserbetriebe um einen bewussten Umgang mit Wasser. Wenn „die Sonne knallt wie blöde“, solle man tagsüber möglichst keine Rasensprenger laufen lassen, sagt Natz. Das Wasser verdunste dann sofort, bevor es die Pflanzen erreiche. Sinnvoller sei es, morgens oder abends zu gießen. „In den letzten Jahren haben sich Berliner das zu Herzen genommen“, so Natz.

Allgemeiner Trend: sparsamer Umgang mit Wasser

Allgemein würden die Menschen in der Hauptstadt sparsamer mit Wasser umgehen. „Wir haben in den letzten Jahren trotz steigender Einwohnerzahlen bemerkt, dass die verkaufte Wassermenge nicht gestiegen ist“, sagt Natz. Das decke sich auch mit Entwicklungen in anderen Großstädten wie Hamburg. Noch vor einigen Jahren sei der Wasserverbrauch an besonders warmen Tagen auf über eine Million Kubikmeter angestiegen. „Das liegt auch daran, dass die Leute geschnallt haben, dass Wasser im Haushalt auch Energie ist.“ Angesichts der gestiegenen Energiepreise hätten viele Menschen auch beim Wasser gespart. Wer Wasser spare, spare oft auch Energie, Trinkwasserkosten und Abwassergebühren.

Große Einsparpotenziale beim Wasserverbrauch in Wohnungen sieht Natz für den oder die Einzelne allerdings nur begrenzt. Wassersparende Armaturen und Perlatorsysteme seien mittlerweile Standard, auch Geschirrspüler und Waschmaschinen arbeiteten vergleichsweise wassersparend. Wer tatsächlich Wasser sparen wolle, solle etwa nicht täglich ein Vollbad nehmen oder statt 20 Minuten nur wenige Minuten duschen, sagt Natz.

Sorgen um die Stadtnatur

Sorgen bereitet die Hitze nach Einschätzung der Wasserbetriebe viel mehr der Stadtnatur: Wälder, Gärten und andere Grünflächen in Berlin litten unter der Trockenheit und der starken Verdunstung.

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