Im Fußball-WM-Endspiel wird es einen Weltmeister geben, aber 47 der 48 teilnehmenden Mannschaften werden verloren haben. Das sind rund 1000 individuelle „Verlierer“, wenn man alle Teammitglieder zählt. Sportpsychologe Oliver Stoll erklärt im Gespräch, warum Verlieren zum Leben gehört und wie man aus Niederlagen wächst.
Verlieren ist Teil des Sports und des Lebens
„Viele Athleten haben mehr Niederlagen erlebt, als dass sie gewonnen haben“, sagt Oliver Stoll. Der Sportpsychologe betont, dass Verlieren nicht nur auf dem Fußballfeld, sondern auch im Alltag allgegenwärtig ist. Entscheidend sei der Umgang mit Rückschlägen: „Man kann an Niederlagen wachsen, wenn man sie richtig verarbeitet.“
Wie man aus Niederlagen lernt
Stoll empfiehlt, Niederlagen als Chance zur Reflexion zu nutzen. Statt sich in Selbstmitleid zu verlieren, sollten Sportler analysieren, was schiefgelaufen ist und welche Lehren sie daraus ziehen können. „Wer verliert, hat die Möglichkeit, seine Schwächen zu erkennen und gezielt zu verbessern“, so der Experte. Dies gelte nicht nur für Profisportler, sondern für jeden Menschen.
Die psychologische Perspektive
Der Psychologe warnt davor, Niederlagen persönlich zu nehmen. „Verlieren bedeutet nicht, ein Verlierer zu sein“, stellt Stoll klar. Vielmehr sei es eine Momentaufnahme, die man akzeptieren müsse. Wichtig sei, den Fokus auf den nächsten Schritt zu richten und nicht in negativen Gedanken zu verharren. „Erfolgreiche Athleten zeichnen sich dadurch aus, dass sie nach einer Niederlage wieder aufstehen und weitermachen“, ergänzt er.
Praktische Tipps für den Alltag
Stoll rät, nach einer Niederlage bewusst eine Pause einzulegen, um Abstand zu gewinnen. Danach könne man die Situation sachlich analysieren und konkrete Verbesserungen planen. „Wichtig ist, sich nicht mit anderen zu vergleichen, sondern den eigenen Fortschritt zu messen“, sagt der Sportpsychologe. So werde aus einer Niederlage langfristig eine wertvolle Erfahrung.



