Fußball-WM: Spielerfrauen zwischen Sexismus und Selbstinszenierung
WM-Spielerfrauen: Von Sexismus zu eigener Persönlichkeit

Wandel der Wahrnehmung: Von der Spielerfrau zur Influencerin

In den Nullerjahren wurden die Partnerinnen der Nationalspieler mit sexistischen Sprüchen verspottet. Heute gesteht man ihnen eine eigene Persönlichkeit zu – doch nur solange sie dem Fußball dient. Dieser Wandel zeigt sich besonders deutlich während der Fußball-Weltmeisterschaft, wenn die Frauen der Kicker im Rampenlicht stehen.

Die neue Rolle der Partnerinnen

Nele Amiri, Influencerin und Ehefrau von Nationalspieler Rani Khedira, verkörpert dieses moderne Bild: Sie ist dem Mann „putzerfischhaft verbunden“, wie es in einem Essay von Anja Rützel heißt. Die Zeiten, in denen Spielerfrauen lediglich als dekoratives Beiwerk galten, sind vorbei. Heute bauen sie eigene Karrieren auf, vor allem in sozialen Medien. Doch die Akzeptanz ist an Bedingungen geknüpft: Ihre öffentliche Präsenz muss dem Image des Fußballs und der Männerförderung dienen.

Kritik an der Instrumentalisierung

Die Autorin kritisiert, dass die vermeintliche Emanzipation der Spielerfrauen oft nur eine neue Form der Instrumentalisierung sei. Während früher sexistische Sprüche wie „Tor, Tor, Tor – und die Frau muss hinterher“ üblich waren, werde heute zwar mehr Respekt gezollt, aber die Frauen müssten sich stets als supportive Partnerinnen inszenieren. Die eigene Persönlichkeit werde nur dann geduldet, wenn sie den Karrieren der Männer nützt.

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Beispiele aus der aktuellen WM

Bei der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko sind die Spielerfrauen wieder omnipräsent. Sie posten auf Instagram, geben Interviews und werden von Medien hofiert. Doch der Druck ist hoch: Jeder Fehltritt wird kommentiert, jedes Outfit analysiert. Die Doppelmoral bleibt bestehen: Einerseits sollen sie stark und unabhängig wirken, andererseits dürfen sie nie in den Schatten der Spieler treten.

Fazit: Fortschritt mit Einschränkungen

Der Essay zeichnet ein ambivalentes Bild: Die Spielerfrauen haben mehr Sichtbarkeit und Anerkennung als je zuvor, doch die alten Klischees sind nicht verschwunden, sondern haben sich nur gewandelt. Die Frage bleibt, ob sie jemals als eigenständige Persönlichkeiten wahrgenommen werden – oder immer nur als Anhängsel der Fußballstars.

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