Die Zahl der in Deutschland wegen Wohnungslosigkeit untergebrachten Menschen ist leicht gesunken. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, waren zum Stichtag 31. Januar 2026 insgesamt 452.900 Personen in kommunalen Unterkünften oder Einrichtungen für Wohnungslose gemeldet. Das entspricht einem Rückgang um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Erfassung umfasst nur untergebrachte Wohnungslose
Die Statistik erfasst Personen ohne eigene Wohnung, die in überlassenem Wohnraum, Sammelunterkünften oder speziellen Einrichtungen untergebracht sind. Nicht enthalten sind obdachlose Menschen auf der Straße sowie verdeckt wohnungslose Personen, die etwa bei Bekannten oder Angehörigen unterkommen.
Der Großteil der untergebrachten Wohnungslosen besitzt keine deutsche Staatsangehörigkeit: 85 Prozent der Gemeldeten sind Ausländer. Die größte Gruppe bilden mit 28 Prozent die Ukrainerinnen und Ukrainer, obwohl ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent zurückging. Der Anteil der untergebrachten Deutschen liegt bei 15 Prozent und stieg leicht um zwei Prozentpunkte.
Durchschnittsalter bei 31 Jahren – viele Familien betroffen
Die untergebrachten Wohnungslosen sind vergleichsweise jung: 41 Prozent sind jünger als 25 Jahre, das Durchschnittsalter liegt bei 31 Jahren. Der Männeranteil beträgt 57 Prozent, Frauen machen 42 Prozent aus. Jede dritte untergebrachte Person lebt in einem Paarhaushalt mit Kindern.
Laut Bundesamt zeigt sich damit ein Trend: Die Zahl der untergebrachten Wohnungslosen sinkt insgesamt, aber die Zusammensetzung verändert sich. „Der Rückgang ist vor allem auf weniger ukrainische Geflüchtete zurückzuführen, die inzwischen eigene Wohnungen gefunden haben“, erklärte ein Sprecher des Statistischen Bundesamtes.
Nordrhein-Westfalen mit den meisten Untergebrachten
Regional betrachtet weist Nordrhein-Westfalen mit 104.700 Personen die höchste Zahl untergebrachter Wohnungsloser auf. Es folgen Baden-Württemberg (90.800) und Berlin (57.600). Die Unterschiede spiegeln unter anderem die Bevölkerungsdichte und die Aufnahme von Geflüchteten wider.



