Schockierender Vorfall in Wilhelmshaven
Ein erschreckender Vorfall an einer Schule im Raum Wilhelmshaven/Friesland sorgt für Entsetzen. Ein 13-jähriger Schüler soll in der vergangenen Woche einen Mitschüler so lange gewürgt haben, bis dieser bewusstlos zusammenbrach. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung. Nach Einschätzung der Beamten könnte hinter der Tat das sogenannte „Choking-Game“ stecken – eine lebensgefährliche Mutprobe, die sich nach Angaben der Ermittler zunehmend über soziale Medien verbreitet. Die Polizei warnt eindringlich vor diesem Trend.
Was ist das „Choking-Game“?
Beim „Choking-Game“ wird die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn absichtlich eingeschränkt. Jugendliche würgen sich gegenseitig, drücken die Halsschlagader ab oder behindern die Atmung. Ziel ist ein kurzer Rauschzustand oder das Gefühl eines „Blackouts“. Die Videos dieser Würge-Mutproben werden anschließend auf Plattformen wie TikTok, Snapchat und Instagram geteilt.
Gesundheitliche Folgen werden unterschätzt
Dass Würge-Challenges lebensbedrohlich enden können, betont Prof. Dr. Axel Sauerbrey (65), Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Helios Klinikum Erfurt. „Solche Mutproben wirken auf den ersten Blick harmlos, können aber schwerwiegende körperliche und seelische Folgen haben. Schon wenige Sekunden ohne Sauerstoffzufuhr können zu Ohnmacht, bleibenden Hirnschäden oder sogar zum Tod führen.“ Das Phänomen ist auch unter dem Namen „Blackout-Challenge“ bekannt.
Bereits mehrere Todesfälle bekannt
Die Gefahr ist real: Eine Auswertung der US-Gesundheitsbehörde CDC ordnete für die Jahre 1995 bis 2007 mindestens 82 Todesfälle von Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 19 Jahren dem „Choking-Game“ zu. Auch in Europa und Deutschland gab es Fälle, bei denen Jugendliche bei ähnlichen Würgespielen starben oder schwere Schäden erlitten. In mehreren Ländern haben sich betroffene Eltern zusammengeschlossen, um vor den Risiken solcher Mutproben zu warnen.
Warum Jugendliche den Trend mitmachen
Für Erwachsene ist das Verhalten oft schwer nachvollziehbar. Fachleute nennen jedoch Gruppendruck, Neugier und den Wunsch nach Anerkennung als wichtige Gründe dafür, warum Kinder und Jugendliche an solchen gefährlichen Challenges teilnehmen. Nach dem Vorfall in Niedersachsen warnt die Polizei eindringlich vor den Risiken. Aus einer vermeintlichen Mutprobe könne innerhalb von Sekunden ein Kampf um Leben und Tod werden.



