Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist im Jahr 2023 auf einen neuen Höchststand gestiegen. Besonders alarmierend ist der Anstieg bei jungen Menschen. Laut einer aktuellen Statistik des Bundesministeriums für Gesundheit starben 2023 insgesamt 2.227 Menschen an den Folgen des Konsums illegaler Drogen – ein Anstieg von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Junge Erwachsene besonders betroffen
Besonders stark betroffen sind Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 24 Jahren. In dieser Altersgruppe stieg die Zahl der Todesfälle um 25 Prozent auf 189. Das ist der höchste Wert seit über zehn Jahren. „Diese Entwicklung ist erschreckend und zeigt, dass wir dringend handeln müssen“, sagte ein Sprecher des Bundesministeriums für Gesundheit.
Die häufigste Todesursache war eine Überdosis Opioide, insbesondere Fentanyl und Heroin. Auch der Konsum von Kokain und synthetischen Drogen wie Ecstasy und Amphetaminen trug zu dem Anstieg bei.
Experten fordern mehr Prävention
Suchtexperten fordern eine verstärkte Prävention und Aufklärung, insbesondere an Schulen. „Wir müssen Jugendliche frühzeitig über die Gefahren von Drogen informieren und ihnen Alternativen aufzeigen“, sagte Dr. Peter Müller, Suchtbeauftragter der Bundesregierung. „Gleichzeitig brauchen wir niedrigschwellige Hilfsangebote für junge Menschen, die bereits in der Drogenszene sind.“
Die Bundesregierung hat bereits Maßnahmen angekündigt, darunter eine Ausweitung der Drogenberatungsstellen und eine Verschärfung der Strafen für Drogenhändler. Kritiker bemängeln jedoch, dass der Fokus zu stark auf Repression liege und nicht auf Prävention und Therapie.
Hintergrund: Entwicklung der Drogentoten in Deutschland
Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist seit 2019 kontinuierlich gestiegen. Damals starben 1.398 Menschen an den Folgen des Drogenkonsums. Im Jahr 2023 erreichte die Zahl mit 2.227 einen neuen Höchststand. Experten sehen mehrere Gründe für den Anstieg: die zunehmende Verfügbarkeit von hochpotenten synthetischen Drogen, die Verbreitung von Fentanyl sowie psychische Belastungen durch die Corona-Pandemie.
„Die Pandemie hat viele Menschen in soziale Isolation gestürzt und psychische Probleme verstärkt, was den Konsum von Drogen begünstigt hat“, erklärt Dr. Müller. „Hinzu kommt, dass die Hilfsangebote während der Pandemie eingeschränkt waren und viele Betroffene keinen Zugang zu Therapien hatten.“
Reaktionen aus der Politik
Die Opposition im Bundestag fordert einen nationalen Aktionsplan gegen Drogenmissbrauch. „Die Bundesregierung muss endlich wirksame Maßnahmen ergreifen, um die steigende Zahl der Drogentoten zu stoppen“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion, Maria Klein. „Dazu gehören eine bessere Finanzierung der Suchthilfe, mehr Präventionsprogramme an Schulen und eine stärkere Bekämpfung des Drogenhandels im Internet.“
Die Bundesregierung hat angekündigt, im Herbst einen neuen Drogen- und Suchtbericht vorzulegen, der konkrete Handlungsempfehlungen enthalten soll. Bis dahin appellieren Experten an Eltern und Lehrer, das Thema Drogen offen anzusprechen und Jugendliche zu unterstützen.



