In Sachsen warten derzeit 359 Menschen auf ein lebensrettendes Spenderorgan. Obwohl die Zahl der Organspenden in Deutschland in den ersten vier Monaten dieses Jahres leicht gestiegen ist, bleibt die Versorgungslage weiterhin angespannt. Dies geht aus aktuellen Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hervor.
Organspendezahlen im Überblick
Von Januar bis Ende April gab es bundesweit 368 postmortale Organspenden, verglichen mit 341 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dadurch konnten 1.137 Organe an die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant gemeldet werden, gegenüber 992 im Vorjahr. In Sachsen wurden 27 Organspenden realisiert (2025: 20) und 71 Organe entnommen (2025: 62). Trotz dieser Steigerung bleibt die Nachfrage nach Spenderorganen hoch.
Aktion „Geschenkte Lebensjahre“ in Leipzig
Der Tag der Organspende wird am kommenden Wochenende in Leipzig erstmals an zwei Tagen im Rahmen des Stadtfestes begangen. Auf der Hauptbühne findet die Aktion „Geschenkte Lebensjahre“ statt. Dabei halten Menschen mit einem transplantierten Organ Schilder hoch, auf denen die ihnen geschenkten Lebensjahre vermerkt sind. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) betonte: „Organspende bekommt so ein Gesicht.“
Appell an die Bevölkerung
„Ich appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger, diesen Tag zu nutzen, sich über die Organspende zu informieren, eine eigene Entscheidung zu treffen, sie zu dokumentieren und darüber in der Familie zu sprechen“, erklärte Köpping. Damit entlaste man die Angehörigen im Ernstfall.
Hoffnung auf Widerspruchsregelung
Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bundesländern habe sie sich für die Einführung der Widerspruchsregelung starkgemacht, so Köpping: „Ich hoffe, dass jetzt im Bundestag eine konstruktive Diskussion dazu stattfindet.“ Die Widerspruchslösung besagt, dass jeder nach seinem Tod als Organspender gilt. Wer nicht spenden möchte, muss aktiv widersprechen.
Mehrheit der Deutschen steht Organspende positiv gegenüber
„Die Einführung einer Widerspruchsregelung wäre ein wichtiger Schritt, um die Organspende in Deutschland langfristig zu stärken und zugleich Angehörige in einer emotional hoch belastenden Situation zu entlasten“, sagte Axel Rahme, Medizinischer Vorstand der DSO. Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland stehe der Organspende positiv gegenüber. Im Ernstfall liege jedoch nur selten ein dokumentierter Wille des potenziellen Organspenders vor.



