Bauchfett als Krebsrisiko: Neue Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums
Eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) belegt einen alarmierenden Zusammenhang: Bauchfett ist an jeder zehnten Krebserkrankung beteiligt. Dabei kommt es laut den Forschern nicht auf das Gesamtgewicht an, sondern auf den Bauchumfang. Besonders gefährlich ist das tief liegende viszerale Fett, das die inneren Organe umgibt.
Ab welchem Bauchumfang steigt das Risiko?
Die Studie definiert konkrete Grenzwerte: Bei Frauen liegt die kritische Schwelle bei einem Bauchumfang von 88 Zentimetern, bei Männern bei 102 Zentimetern. Ab diesen Werten steigt das Risiko für verschiedene Krebsarten signifikant. Dazu gehören Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Brustkrebs nach den Wechseljahren.
Warum ist Bauchfett besonders gefährlich?
Das viszerale Fett produziert entzündungsfördernde Botenstoffe und Hormone, die das Zellwachstum anregen und so Krebs begünstigen können. Im Gegensatz zum Unterhautfettgewebe ist es stoffwechselaktiver und schwerer abzubauen. Professor Dr. Rudolf Kaaks, Leiter der Studie, erklärte: „Unsere Daten zeigen, dass der Bauchumfang ein unabhängiger Risikofaktor ist – unabhängig vom Body-Mass-Index.“
Wer ist besonders betroffen?
Die Studie ergab, dass Menschen mit einem Body-Mass-Index unter 25, aber erhöhtem Bauchumfang ebenfalls ein höheres Krebsrisiko haben. Besonders stark ist der Einfluss bei Personen mit genetischer Veranlagung oder Stoffwechselstörungen wie Diabetes. Auch nach der Menopause steigt bei Frauen das Risiko durch hormonelle Veränderungen.
Was kann man tun?
Die Forscher empfehlen, den Bauchumfang regelmäßig zu messen und bei Überschreiten der Grenzwerte gezielt gegenzusteuern. Eine Kombination aus ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung hilft, das viszerale Fett abzubauen. „Schon eine Reduktion des Bauchumfangs um fünf Zentimeter kann das Krebsrisiko deutlich senken“, so Kaaks.



