Berliner Ärztekammer lehnt Facharzt für Notfallmedizin ab
Berliner Ärztekammer lehnt Notfall-Facharzt ab

Die Berliner Ärztekammer hat die Schaffung eines neuen Facharztes für Klinische Notfall- und Akutmedizin abgelehnt. In einer Abstimmung am Mittwoch stimmten 24 Delegierte gegen den Vorschlag, elf waren dafür, zwei enthielten sich. Damit bleibt es bei der bisherigen Regelung, dass Ärzte in Rettungsstellen eine kürzere Zusatzweiterbildung absolvieren, die Berlin 2015 eingeführt hatte.

Jahrelange Debatte ohne Erfolg

Fast zwei Jahre lang hatten die Berliner Ärztekammer sowie Rettungsstellenleiter, Forscher und Fachverbände über die Einführung eines Facharztes für Notfall- und Akutmedizin diskutiert. Am Abend vor der Abstimmung hatten sich Befürworter noch zu einer Kundgebung vor dem Sitz der Kammer in der Friedrichstraße versammelt, um für den neuen Facharzt zu werben. Doch die Mehrheit der stimmberechtigten Delegierten ließ sich nicht überzeugen.

Wäre die Entscheidung positiv ausgefallen, hätte die Kammer der Politik empfohlen, das Landes-Heilberufekammergesetz entsprechend zu ändern – ein Schritt, der als Formsache galt. Die Debatte drehte sich um die Frage, ob speziell für Rettungsstellen ausgebildete Ärzte die Versorgung in den oft überfüllten Notaufnahmen verbessern könnten. Befürworter argumentierten, dass ein über mehrere Jahre trainierter Spezialist im Trubel der Notaufnahme sicherer beurteilen könne, ob und welche Notfälle vorliegen.

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Hintergrund: Aktuelle Situation in den Rettungsstellen

Bislang gibt es in Berlin 34 Fachärzte für die Arbeit in Rettungsstellen, wobei es mit Subspezialisierungen – insbesondere in der Chirurgie – mehr als 50 Disziplinen gibt. In den Notaufnahmen arbeiten häufig Internisten, Neurologen und Chirurgen. Patienten schildern ihre Leiden oft nur ungenau, was die Diagnose erschwert. Ein speziell ausgebildeter Notfallmediziner könnte hier, so die Idee, für mehr Sicherheit sorgen.

Die Ärztekammern sind für Weiterbildung und Berufsrecht zuständig. Sie sind öffentlich-rechtliche Einrichtungen, in denen alle zugelassenen Ärzte Pflichtmitglieder sind. In Berlin sind das fast 36.000 Ärzte. Die Delegiertenversammlung der Kammer besteht aus 46 Ärzten, die von verschiedenen Fraktionen gestellt werden. Bei der Abstimmung über den neuen Facharzt fehlten neun Delegierte entschuldigt.

Reaktionen und Ausblick

Die Ablehnung des neuen Facharztes bedeutet, dass die bisherige Zusatzweiterbildung für Rettungsstellen bestehen bleibt. Befürworter zeigten sich enttäuscht, während Gegner betonten, dass die bestehenden Strukturen ausreichend seien. Die Debatte um die Notfallversorgung in Berlin dürfte jedoch weitergehen, da die Rettungsstellen weiterhin unter Druck stehen.

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