Jahrzehntelanger Leidensweg: Nach Blasenkrebs-OP erfährt Verena: „Meine Scheide wurde verschlossen“
Wolfsburg. Verena Haase hatte ein Jahr lang Beschwerden, bevor bei einer Blasenspiegelung Blasenkrebs diagnostiziert wurde. Die folgende Operation hatte dramatische Folgen: Ihre Scheide wurde verschlossen, ohne dass sie davon wusste.
Verena Haase blickt auf einen langen Leidensweg zurück. Bereits vor 29 Jahren hatte sie Gebärmutterhalskrebs, der zur Entfernung der Gebärmutter führte. Vor zwei Jahren dann die erneute Diagnose: Blasenkrebs. Eine Erkrankung, die Männer dreimal häufiger betrifft als Frauen, bei denen jedoch die Prognose oft schlechter ist, weil die Karzinome spät erkannt werden.
Bei der Operation musste die gesamte Blase entfernt werden. Doch damit nicht genug: „Seitdem habe ich keinen normalen Scheideneingang mehr. Er wurde verschlossen, ohne dass ich davon wusste“, erzählt sie. Die 59-Jährige, die kurz vor dem Vorruhestand steht, kämpft mit den Folgen. „Mit einem weinenden und einem lachenden Auge“ geht sie in den Ruhestand – sie liebt ihren Job als Leiterin des Bekleidungsservice in der Autostadt Wolfsburg, ist aber erschöpft und sehnt sich nach Ruhe.
Hintergründe und weitere Schicksale
Der Fall von Verena Haase wirft Fragen auf: Wie konnte es zu diesem Eingriff kommen, ohne dass sie aufgeklärt wurde? Die Ärzte schweigen bislang. Ähnliche Schicksale gibt es: Eine Ärztin verlor durch Krebs Magen und Brüste, eine andere Patientin bekam jahrelang Salben und Zäpfchen, statt eine Krebsdiagnose zu erhalten. Lungenkrebs mit 35 führte bei einer jungen Frau zur Auflösung des Brustbeins.
Verena Haase hofft nun auf eine zweite Operation, die den Scheideneingang wiederherstellen soll. Bis dahin bleibt sie tapfer und genießt die Zeit mit ihren Liebsten.



