Brandenburgs Gesundheitsminister Wilke: „Wir wollen alle Krankenhausstandorte erhalten“
Brandenburgs Gesundheitsminister Wilke im Interview

Brandenburgs Gesundheitsminister René Wilke (SPD) hat klargestellt, dass die Landesregierung langfristig alle Krankenhausstandorte im Land erhalten will. Im Interview mit dem Tagesspiegel räumte er jedoch ein, dass die Kommunikation über Schließungen von Abteilungen nicht immer frühzeitig erfolgen könne. „Wir wollen im Land langfristig alle Krankenhausstandorte erhalten“, betonte Wilke. Die Schließung einzelner Abteilungen sorgt in Brandenburg immer wieder für Unmut in der Bevölkerung und bei Lokalpolitikern.

Warum die Landesregierung nicht immer frühzeitig informieren kann

Auf die Frage, warum die Landesregierung nicht früher über geplante Einschnitte informiere, erklärte Wilke, dass Krankenhausplanungen komplexe Prozesse seien. „Manchmal können wir nicht frühzeitig informieren, weil die Entscheidungsprozesse noch nicht abgeschlossen sind oder weil wir noch in Verhandlungen mit den Krankenhausträgern stehen“, sagte der Minister. Er versprach jedoch, die Transparenz zu verbessern. Die Krankenhausreform des Bundes setze die Länder unter Druck, ihre Planungen anzupassen.

Finanzminister Keller und die Finanzierung

Wilke äußerte sich auch zu Spekulationen, dass Finanzminister Daniel Keller (SPD) ihn bei der Finanzierung der Kliniken „aufs Kreuz gelegt“ habe. „Das ist nicht der Fall. Wir arbeiten eng zusammen und ringen um die besten Lösungen für das Land“, stellte Wilke klar. Die finanzielle Ausstattung der Krankenhäuser sei eine der größten Herausforderungen. Brandenburg investiere massiv in die Kliniklandschaft, aber die steigenden Kosten durch Inflation und Tarifsteigerungen machten allen zu schaffen.

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Persönliches: Hochzeitsreise auf dem Jakobsweg

Im persönlichen Gespräch berichtete Wilke von seiner Hochzeitsreise mit seiner Frau auf dem Jakobsweg. „Das Pilgern ist eine schöne Art, ein Land anders kennenzulernen“, schwärmte der Minister. Früher sei er viel Fahrrad gefahren, beim Pilgern komme man jedoch intensiver mit dem Land und den Menschen in Berührung. „Man sieht seine Schwierigkeiten, man sieht seine Vorzüge“, so Wilke. Die Wanderung sei auch eine körperliche Herausforderung gewesen, aber er habe keine öffentlich kommunizierbaren Erkenntnisse oder gravierenden Lebensentscheidungen getroffen. „Man hat Zeit, nachzudenken, zu reflektieren und Dinge zu verarbeiten“, fügte er hinzu.

Ausblick: Zukunft der Krankenhauslandschaft

Wilke betonte, dass Brandenburg an seinem Ziel festhalte, alle Standorte zu erhalten. Dazu gehörten auch Investitionen in moderne Medizintechnik und die Sicherstellung der Fachkräfteversorgung. „Wir werden nicht jeden Eingriff an jedem Ort anbieten können, aber die Grund- und Notfallversorgung muss flächendeckend gesichert sein“, sagte der Minister. Die Diskussionen um die Krankenhausreform seien noch nicht abgeschlossen, aber Brandenburg stehe zu seiner Verantwortung für die ländliche Region.

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