310 Mal wurden Forscherinnen und Forscher bei den diesjährigen Grabungen auf der bekannten Fossilienfundstelle Bromacker im Thüringer Wald fündig. Die Projekt- und Grabungsleiter Tom Hübner von der Friedenstein Stiftung Gotha und Professor Jörg Fröbisch vom Museum für Naturkunde Berlin erklärten: „Die diesjährige Ausgrabung am Bromacker war wieder ein Riesenerfolg und hat zahlreiche neue Einblicke eröffnet.“
Besondere Funde: Kleine Schädel und seltener Tausendfüßer
Besonders spannend ist die Entdeckung zweier kleiner Schädel sowie eines seltenen Tausendfüßers. „Spektakulär ist auch die Freilegung eines neuartigen Grabgangs eines kleinen Ursauriers, der sich in einem weiten Bogen in die tieferen Schichten zieht und zu den bisher längsten Funden gehört“, so Hübner und Fröbisch weiter. Ein Grabgang ist ein Spurenfossil, meist röhren- oder gangartige Hohlräume in einem Sediment, die urzeitliche Lebewesen durch Graben geschaffen haben.
Internationales Team und Besucherandrang
In diesem Jahr waren die Forschenden an 19 Tagen auf dem Gelände zwischen Georgenthal und Tambach-Dietharz (Landkreis Gotha) mit Meißel, Hammer und anderen Werkzeugen tätig. Dem Team aus etwa 40 internationalen Fachleuten schauten rund 1.700 Besucher über die Schultern.
Bedeutung des Bromackers
Der Bromacker gilt als eine der bedeutendsten Fossillagerstätten des Unterperm weltweit. Dort wurden sowohl versteinerte Fährten als auch zugehörige Skelette früherer Landwirbeltiere entdeckt. Die Funde ermöglichen Rückschlüsse auf die Lebewesen und das Ökosystem, das dort vor rund 294 Millionen Jahren existierte.
Finanzierung durch das Land Thüringen
Seitdem die Bundesförderung für das Projekt ausgelaufen ist, wird es vom Land Thüringen finanziert.



