Malediven: Fünf Tote bei Höhlentauchgang – Venturi-Effekt als Unglücksursache?
Malediven: Fünf Tote bei Höhlentauchgang – Venturi-Effekt als Unglücksursache?

Genua/Malediven – Gut eine Woche nach der Tauch-Tragödie auf den Malediven sind die letzten beiden Leichen aus einer Unterwasserhöhle des Vaavu-Atolls geborgen worden. Fünf italienische Taucher waren bei einem anspruchsvollen Höhlentauchgang in rund 60 Metern Tiefe ums Leben gekommen. Ein Rettungstaucher der maledivischen Nationalen Verteidigungsstreitkraft (MNDF) starb später bei der Suche nach den Opfern.

Nach Angaben des italienischen Außenministeriums handelt es sich bei den geborgenen Leichen um eine 22-jährige und eine 31-jährige Frau, mutmaßlich die Expeditionsteilnehmerinnen Giorgia Sommacal und Muriel Oddenino. Die Behörden suchen weiter fieberhaft nach der Unglücksursache.

Bekannt ist, dass die Gruppe deutlich zu tief getaucht war. Laut italienischen Angaben waren die Taucher in einer Höhle mit mehreren Kammern unterwegs, die nur durch schmale Gänge verbunden sind. Eigentlich hätte die Gruppe nur bis zu einer Tiefe von etwa 30 Metern tauchen dürfen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

In der ungewohnten Umgebung könnte der sogenannte Venturi-Effekt zum Verhängnis geworden sein. Dieses physikalische Phänomen beschleunigt Wasser an engen Stellen stark und erzeugt eine Sogwirkung. In den Verbindungsgängen zwischen den Höhlenkammern könnte dieser Effekt die Taucher angesaugt und eingeschlossen haben.

Ermittler vermuten zudem, dass die Taucher in den engen Passagen durch aufgewirbeltes Sediment die Orientierung verloren haben könnten. Die Höhlenpassagen gelten wegen der geringen Sichtweite als extrem gefährlich. Die Staatsanwaltschaft in Rom hat die Ermittlungen übernommen. In den kommenden Tagen sollen die Leichen nach Italien gebracht werden, wo Obduktionen Aufschluss geben sollen. Auch die Aufzeichnungen der Tauchcomputer und GoPro-Kameras werden ausgewertet.

Bereits am vergangenen Samstag hatten Familie und Freunde in Genua Abschied von den Verunglückten genommen. Der 24-jährige Verlobte Federico Colombo erklärte gegenüber der italienischen Agentur Ansa: „Sie war meine Freundin, meine Freundin, wie eine Schwester. Ich habe ihr alles anvertraut, sie hat mir durch die schwersten Zeiten meines Lebens geholfen.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration