Die geplante Gesundheitsreform von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) droht die Versorgung von psychisch kranken Menschen massiv zu verschlechtern. Nach Informationen des SPIEGEL sollen die Ausgaben für Psychotherapien künftig budgetiert werden – ähnlich wie es bereits für andere fachärztliche Leistungen gilt. Zudem sollen Zuschläge für Kurzzeittherapien wegfallen, die bislang dazu dienten, mehr Patienten schneller zu versorgen.
Weniger Therapiestunden, längere Wartezeiten
Die Reform würde zu einer stärkeren Steuerung der Anzahl von Psychotherapien führen. Die Folge: weniger verfügbare Therapiestunden und eine noch beschwerlichere Suche für Betroffene. Bereits heute warten Patienten in Deutschland durchschnittlich mehrere Monate auf einen Therapieplatz. Die geplanten Maßnahmen drohen die Situation weiter zu verschärfen. Heike Le Ker, die die Reform für den SPIEGEL analysiert hat, fasst die Konsequenzen zusammen: „Die Budgetierung wird die Zahl der Psychotherapien deckeln und Kurzzeittherapien unattraktiv machen – das verlängert die Wartezeiten für alle.“
Hintergrund: Koalition plant Reform des Gesundheitswesens
Die Reform ist Teil eines umfassenderen Pakets der Koalition aus CDU und SPD, das die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung stabilisieren soll. Gesundheitsministerin Warken steht unter Druck, steigende Ausgaben zu bremsen. Die Psychotherapie-Budgetierung ist dabei ein besonders umstrittener Punkt. Kritiker befürchten, dass die Einsparungen zulasten der psychischen Gesundheit der Bevölkerung gehen. Die Rentenkommission übergibt heute ihre Vorschläge an Kanzler Friedrich Merz – die Gesundheitsreform wird parallel vorangetrieben.
US-Angriff auf Schule in Minab: Hunderte Kinder getötet
Ein mutmaßlicher US-Militärschlag auf eine Grundschule in der iranischen Stadt Minab hat am 28. Februar mehr als hundert Schüler das Leben gekostet. Nach Recherchen des SPIEGEL handelt es sich um einen der schwersten zivilen Treffer seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran. Die Schule wurde offenbar mit Tomahawk-Marschflugkörpern angegriffen – Präzisionswaffen, die exklusiv von den USA eingesetzt werden. Die Journalisten Nikolai Antoniadis, Francesco Collini, Max Heber, Chris Kurt und Anna-Sophie Schneider haben den Angriff rekonstruiert. Ihre Analyse legt nahe, dass das US-Militär die Schule irrtümlich einer benachbarten Militärbasis zugeordnet hatte. „Dieser Präzisionsschlag hatte ein schrecklich falsches Ziel“, heißt es in der Untersuchung. Der Vorfall wirft Fragen nach möglichen Kriegsverbrechen auf.
Brexit-Jubiläum: Milliardenverlust für Großbritannien
Zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum ziehen Ökonomen eine bittere Bilanz. Eine Studie des Stanford-Ökonomen Nicholas Bloom, veröffentlicht vom National Bureau of Economic Research (NBER), zeigt: Das britische Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag Ende 2025 um sechs bis acht Prozent niedriger als ohne den EU-Austritt. Die Investitionen sanken um 12 bis 13 Prozent, die Beschäftigung um drei bis vier Prozent, die Produktivität um drei bis vier Prozent. Der gesamte Wohlstandsverlust übersteigt hundert Milliarden Euro. „Der Brexit trifft das Land härter als von den meisten Ökonomen erwartet“, so Bloom. Politisch bleibt die Lage instabil: Ex-Premier Keir Starmer kündigte gestern seinen Rücktritt an – er ist der sechste gescheiterte Premier seit 2016.
WM 2026: Messi bricht Torrekord
Bei der Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA sorgt Lionel Messi für Schlagzeilen. Der argentinische Kapitän erzielte gestern zwei Tore gegen Österreich – seine Treffer Nummer 17 und 18 bei einer WM. Damit ist er alleiniger Rekordhalter. Zuvor hatte er bereits drei Tore gegen Algerien geschossen. Auch Erling Haaland führte Norwegen fast im Alleingang in die K.o.-Runde.



