Abnehmspritze dämpft Aggressionen: GLP-1-Therapie senkt Gewaltbereitschaft
GLP-1-Therapie senkt Gewaltbereitschaft um 62 Prozent

Studie belegt positiven Nebeneffekt von Abnehmspritzen

Forscher des New Jersey Gun Violence Research Center haben einen überraschenden Nebeneffekt von GLP-1-Medikamenten wie Wegovy und Mounjaro entdeckt. Laut ihrer in der Fachzeitschrift „Criminology“ veröffentlichten Studie sind Menschen während einer GLP-1-Therapie deutlich weniger gewaltbereit. Die Untersuchung zeigt, dass der Zusammenhang zwischen Impulsivität und gewalttätigem Verhalten um 62 Prozent geringer ausfällt, wenn die Probanden aktuell ein solches Medikament einnehmen.

Methodik der Studie

Geleitet wurde die Untersuchung von Daniel Semenza, Forschungsdirektor des New Jersey Gun Violence Research Center an der Rutgers University, gemeinsam mit seinem Kollegen Christopher Thomas. Grundlage war eine Befragung von rund 7500 Erwachsenen zu Straftaten wie Körperverletzung, Raub oder körperlichen Auseinandersetzungen. Für die Analyse konzentrierte sich das Team auf 821 Personen, die Wegovy oder Mounjaro einnahmen oder zuvor verwendet hatten.

Ergebnisse im Detail

Bei Teilnehmern, die aktuell ein GLP-1-Medikament nutzten, war der Zusammenhang zwischen Impulsivität und gewalttätigem Verhalten um 62 Prozent geringer. Auch der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Gewalt verringerte sich um rund 52 Prozent, wenngleich dieser Befund statistisch weniger eindeutig ausfiel. Gleichzeitig zeigte die Studie, dass der beobachtete Effekt nach dem Ende der Therapie wieder nachließ.

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Wirkmechanismus im Gehirn

Die zur Gewichtsreduktion entwickelten Medikamente entfalten ihre Wirkung über GLP-1-Rezeptor-Agonisten, die unter anderem auf das Belohnungssystem und die Stressregulation im Gehirn einwirken. Viele Anwender berichten nicht nur von einem deutlich geringeren Hungergefühl, sondern auch von einem nachlassenden Verlangen nach Alkohol, Nikotin oder anderen Suchtmitteln. Nach Ansicht der Forscher könnte genau dieser Einfluss auf Impulse und Belohnungsmechanismen erklären, warum während der Therapie auch die Gewaltbereitschaft abnimmt.

Forscher fordern weitere Studien

Die Wissenschaftler betonen, dass ihre Untersuchung lediglich auf einer beobachtenden Querschnittsstudie basiert. Die Ergebnisse liefern Hinweise auf einen Zusammenhang, belegen jedoch noch keine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung. Studienleiter Daniel Semenza fordert deshalb weitere kontrollierte Langzeitstudien, um die biologischen und verhaltensbezogenen Prozesse hinter diesem möglichen Effekt genauer zu verstehen.

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