Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius ist eine Französin schwer erkrankt. Laut dem Bichat-Krankenhaus in Paris leidet die Patientin an einer schweren Verlaufsform der Krankheit, die Komplikationen an Lunge und Herz verursacht hat. Sie wurde an eine künstliche Lunge angeschlossen.
Vier weitere französische Passagiere, die ebenfalls isoliert wurden, wurden zunächst negativ getestet. Die britischen Gesundheitsbehörden teilten zudem mit, dass zehn Personen aus den britischen Überseegebieten Saint Helena und Ascension Island vorsorglich zur Isolation nach Großbritannien gebracht werden sollen. Sie sollen Kontakt zu bestätigten Fällen des Hantavirus-Ausbruchs gehabt haben, zeigen aber bislang keine Symptome.
An Bord der Hondius war es während einer Kreuzfahrt von Argentinien zu den Kapverden zu einem Hantavirus-Ausbruch gekommen. Drei Passagiere starben, darunter eine Deutsche. Bei insgesamt sieben weiteren Passagieren wurde das Virus bestätigt, ein weiterer Fall gilt laut Weltgesundheitsorganisation als wahrscheinlich.
Mehr als 120 Passagiere und Besatzungsmitglieder verließen das Schiff zuletzt über Teneriffa. Nach Angaben der niederländischen Behörden wurden 26 Passagiere eines ersten Evakuierungsflugs negativ getestet. Später landeten noch zwei weitere Flugzeuge mit insgesamt 28 Passagieren in den Niederlanden.
Die WHO sieht bislang keine Hinweise auf eine größere Ausbreitung des Ausbruchs. Nach bisher elf bestätigten Infektionen gebe es derzeit keine Anzeichen für zahlreiche weitere unerkannte Übertragungen, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Madrid. Die WHO betonte erneut, dass das Virus nur selten von Mensch zu Mensch übertragen werde und nicht mit der Coronapandemie vergleichbar sei. Wegen der langen Inkubationszeit könnten in den kommenden Wochen dennoch weitere Infektionen bekannt werden.



