Herz-Ultraschall, CT, EKG: So erkennen Sie die richtige Diagnostik
Herz-Checks: Wann Ultraschall, CT oder EKG sinnvoll sind

Plötzlicher Bluthochdruck, Atemnot, Herzrhythmusstörungen oder Druck auf der Brust – und sofort kommt der Gedanke: „Ist das jetzt mein Herz?“ Wer dann beim Arzt oder in der Notaufnahme landet, wird schnell mit einem ganzen Paket an Begriffen konfrontiert: Ruhe-EKG, Belastungs-EKG, Herz-Ultraschall, CT, MRT, Herzkatheter. Viele Leserinnen und Leser schreiben uns, dass sie sich in diesem Diagnostik-Dschungel verloren fühlen – und nicht wissen, welche Untersuchung was leistet.

Basisuntersuchungen: EKG und Ultraschall

In diesem Teil der Serie „Herz-Doc“ erklärt Kardiologin Prof. Dr. Christiane Tiefenbacher, welche Herz-Checks zu den Basisuntersuchungen gehören, wann Ultraschall, CT oder MRT angesagt sind – und wo ihre Grenzen liegen. „Viele Untersuchungen klingen für Laien erst mal beeindruckend“, sagt sie. „Entscheidend ist aber, was für die konkrete Fragestellung sinnvoll ist.“

Ein Leser etwa wollte wissen, ob er im „Ultraschall sehen kann, ob Blutgefäße im Herzen verengt oder verschlossen sind“. Die Antwort der Expertin überrascht: Der Herz-Ultraschall (Echokardiografie) ist zwar hervorragend geeignet, um die Herzkammern, Herzklappen und die Pumpfunktion zu beurteilen. Er kann aber keine verengten oder verschlossenen Herzkranzgefäße (Koronararterien) direkt darstellen. Dafür sind andere Verfahren wie die Koronarangiografie (Herzkatheter) oder ein CT der Herzkranzgefäße notwendig.

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Wann ist welches Verfahren sinnvoll?

Das Ruhe-EKG ist die erste Basisuntersuchung: Es zeichnet die elektrische Herzaktivität auf und kann Herzrhythmusstörungen, Durchblutungsstörungen oder einen Herzinfarkt erkennen. Das Belastungs-EKG (Ergometrie) zeigt, wie das Herz unter körperlicher Belastung reagiert, und kann Hinweise auf eine koronare Herzkrankheit (KHK) geben. Der Herz-Ultraschall ist die zentrale Methode zur Beurteilung der Herzstruktur und -funktion.

„Wenn der Verdacht auf eine Verengung der Herzkranzgefäße besteht, ist der Herzkatheter die genaueste Untersuchung“, so Tiefenbacher. Alternativ kann ein CT der Koronararterien (Kardio-CT) durchgeführt werden, das weniger invasiv ist. Die MRT des Herzens wird vor allem eingesetzt, um Herzmuskelentzündungen, Narben nach Infarkten oder angeborene Herzfehler darzustellen.

Grenzen der Diagnostik erkennen

Nicht jede Untersuchung ist für jede Fragestellung geeignet. Prof. Tiefenbacher betont: „Patienten sollten verstehen, dass ein normaler Ultraschall nicht bedeutet, dass die Herzkranzgefäße gesund sind.“ Umgekehrt kann ein auffälliges Belastungs-EKG auch falsch-positiv sein. Deshalb sei es wichtig, die Befunde im Gesamtkontext zu bewerten.

Die Expertin rät: „Lassen Sie sich von Ihrem Arzt erklären, warum er welche Untersuchung empfiehlt und was sie aussagen kann.“ Nur so könnten Patienten die richtige Entscheidung für ihre Herzgesundheit treffen.

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