Eine am Donnerstag in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichte Studie belegt, dass die Einführung der HPV-Impfung in England das Sterberisiko junger Frauen durch Gebärmutterhalskrebs drastisch gesenkt hat. Zwischen 2020 und 2024 wurde in England kein Todesfall durch diese Krebsart bei Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren registriert. Dies ist das erste Mal, dass in dieser Altersgruppe keine Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs auftraten.
Fast 200 gerettete Leben
Die Studie schätzt, dass die HPV-Impfung im genannten Zeitraum fast 200 Menschenleben gerettet hat. Bereits in den Jahren 2015 bis 2019 war die Zahl der Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs in dieser Altersgruppe um 80 Prozent zurückgegangen. Michelle Mitchell von der Organisation Cancer Research UK erklärte: „Dank HPV-Impfung und Gebärmutterhalsuntersuchungen ist eine Zukunft, in der nahezu niemand Gebärmutterhalskrebs bekommt, jetzt klar in Sicht.“
Hintergrund: HPV-Impfung in Großbritannien und Deutschland
Humane Papillomviren (HPV) werden sexuell übertragen und können verschiedene Krebsarten verursachen, darunter Gebärmutterhalskrebs, Krebs im Mund-Rachen-Raum sowie an weiblichen und männlichen Geschlechtsorganen und am After. In Großbritannien wurden routinemäßige HPV-Impfungen 2008 für Mädchen und 2019 für Jungen eingeführt. Mädchen, die im Alter von zwölf bis 13 Jahren geimpft werden, haben laut Studie ein nahezu null Risiko, vor dem 30. Lebensjahr an Gebärmutterhalskrebs zu sterben.
In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die HPV-Impfung für Kinder zwischen neun und 14 Jahren, eine spätere Impfung ist jedoch möglich. Laut Daten der Krankenkasse Barmer waren im Herbst 2024 nur rund 55 Prozent der weiblichen und 42 Prozent der männlichen Jugendlichen mindestens einmal gegen HPV geimpft. Experten fordern daher eine höhere Impfquote, um ähnliche Erfolge wie in England zu erzielen.



