Jeder zweite Krebsfall vermeidbar: Prävention und Früherkennung entscheidend
Jeder zweite Krebsfall vermeidbar: Prävention und Früherkennung entscheidend

Die Sterblichkeit bei Krebs in Deutschland sinkt kontinuierlich. Laut dem am Dienstag veröffentlichten Bericht „Krebs in Deutschland“ des Deutschen Krebsregisters und des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut sind die altersstandardisierten Krebssterberaten in den vergangenen 25 Jahren bei Frauen um 21 Prozent und bei Männern um 31 Prozent zurückgegangen. Besonders starke Rückgänge gab es bei Magen- und Darmkrebs.

Klaus Kraywinkel, Fachgebietsleiter am Zentrum für Krebsregisterdaten, führt diese Entwicklung auf Fortschritte in der Behandlung sowie auf Erfolge in der Prävention zurück. Dazu zählen etwa der Rückgang der Raucherzahlen und Früherkennungsmaßnahmen bei Darm- und Brustkrebs.

Die Molekularbiologin Hanna Heikenwälder betont die enorme Bedeutung von Prävention und Früherkennung. „Etwa die Hälfte aller Krebsfälle wäre heute schon verhinderbar, wenn man nur das Wissen anwenden würde, das man heute schon hat“, sagte sie im Podcast „Hotel Matze“. Besonders die Lebensweise – Ernährung, Bewegung, Stress und Schlaf – beeinflusse das Krebsrisiko maßgeblich.

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Heikenwälder vergleicht die Krebsentstehung mit einem Prozess, der in jedem Menschen abläuft. Mit jeder Zellteilung sammle der Körper Schäden an, sodass ab einem gewissen Alter Krebsvorstufen wie Muttermale oder Darmpolypen auftreten. „Die Frage ist nicht, ob man Krebs bekommt, sondern wann“, so die Forscherin. Jedoch könne man die Geschwindigkeit des Prozesses durch die Lebensweise stark beeinflussen.

Neben dem Lebensstil spielen Vorsorgeuntersuchungen eine wichtige Rolle. Für Frauen ab 30 Jahren wird jährlich das Abtasten der Brust empfohlen, ab 50 Jahren alle zwei Jahre eine Mammographie. Diese ist jedoch umstritten, da sie bei dichtem Brustgewebe Tumore übersehen kann. Ein MRT wäre zuverlässiger, wird aber nur bei hohem Risiko von den Kassen übernommen. Beim Gebärmutterhalskrebs, an dem 2022 über 4300 Frauen erkrankten, sind regelmäßige Abstriche und HPV-Tests empfohlen.

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