Eine neue Studie der North Carolina State University zeigt, dass eine verkürzte Schrittlänge der Vorderbeine bei älteren Hunden ein möglicher Hinweis auf Demenz sein kann. Die Forscher untersuchten 88 Familienhunde, die bereits ein hohes Alter erreicht hatten, und dokumentierten deren Gangbild auf einer fünf Meter langen Teststrecke. Gleichzeitig erfassten sie mittels Fragebogen den geistigen Zustand der Tiere.
Zusammenhang zwischen Schrittlänge und kognitivem Abbau
Die Ergebnisse sind eindeutig: Hunde mit stärkeren Anzeichen eines kognitiven Abbaus – auch Canine Cognitive Dysfunction Syndrome (CCDS) genannt – machten im Durchschnitt kürzere Schritte mit den Vorderbeinen. Dieser Zusammenhang blieb auch bestehen, wenn die Forscher Alter und Schmerzen statistisch herausrechneten. „Die verkürzte Schrittlänge lässt sich also nicht allein durch das Älterwerden oder Gelenkbeschwerden erklären“, erklärt Studienleiterin Dr. Emily Reimann gegenüber PETBOOK.
Bereits 2023 hatte dasselbe Forschungsteam festgestellt, dass betroffene Hunde häufig langsamer laufen. Die aktuelle Studie legt nun nahe, dass die Schrittlänge sogar ein besserer Indikator für den geistigen Zustand sein könnte als das Tempo.
Hunde-Demenz: Früherkennung entscheidend
Ähnlich wie Menschen können auch Hunde im Alter an einer Form von Demenz erkranken. Das Canine Cognitive Dysfunction Syndrome äußert sich unter anderem durch Orientierungslosigkeit, Vergessen von Gewohntem und Verhaltensänderungen. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser lassen sich betroffene Tiere im Alltag unterstützen.
Die Autoren der Studie betonen jedoch, dass die Schrittlänge allein keine Diagnose erlaubt. „Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die zwar einen Zusammenhang zeigt, aber keine Ursache beweisen kann“, so Reimann. Dennoch könnte der Gang eines Hundes Tierärzten künftig helfen, altersbedingte Veränderungen früher zu erkennen.
Ausblick: Weitere Forschung nötig
Ob sich die Methode im Praxisalltag bewährt, müssen weitere Studien zeigen. Die Forscher hoffen, dass die Gangbildanalyse als zusätzliches Werkzeug in der tiermedizinischen Diagnostik etabliert werden kann. Für Hundehalter bedeutet dies: Wer plötzliche Gangveränderungen bei seinem älteren Hund bemerkt, sollte dies tierärztlich abklären lassen – nicht nur wegen möglicher Gelenkprobleme, sondern auch als potenzielles Frühwarnzeichen für Demenz.



