Ein hoher LDL-Cholesterinwert ist für sieben Prozent aller Demenzerkrankungen verantwortlich. Das geht aus einer international anerkannten Studie hervor. Neurologin Prof. Dr. Kathrin Reetz, Präsidentin der Deutschen Hirnstiftung und Mitglied der „Hirn-Docs“, erläutert im Rahmen der Serie der FUNKE Tageszeitungen, wie Betroffene ihr Risiko senken können.
14 Risikofaktoren für Demenz
Demenz lässt sich in vielen Fällen vermeiden: Insgesamt 14 Risikofaktoren können das Erkrankungsrisiko um fast die Hälfte (etwa 45 Prozent) erhöhen. Dazu zählen Bewegungsmangel, soziale Isolation, Schwerhörigkeit, Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Hörverlust. Wer all diese Faktoren in den gesunden Bereich bringt, kann sein persönliches Demenzrisiko nahezu halbieren. Ein besonders wichtiger Faktor ist ein zu hoher LDL-Cholesterinwert.
LDL-Cholesterin als eigenständiger Risikofaktor
Laut der Studie ist ein hohes LDL-Cholesterin allein für sieben Prozent aller Demenzen verantwortlich. Prof. Reetz betont: „Der LDL-Wert ist ein eigenständiger Risikofaktor, den man aktiv beeinflussen kann.“ Dabei unterscheidet man zwischen LDL (Low-Density-Lipoprotein) und HDL (High-Density-Lipoprotein). Während HDL als „gutes“ Cholesterin gilt, kann LDL die Gefäße schädigen und das Demenzrisiko erhöhen.
Ernährung und Medikamente als Gegenmaßnahmen
Um den LDL-Wert zu senken, empfiehlt die Neurologin eine ausgewogene Ernährung mit wenig gesättigten Fettsäuren und Transfetten. Stattdessen sollten ungesättigte Fettsäuren aus Nüssen, Avocados und Olivenöl bevorzugt werden. Auch Medikamente wie Statine können helfen, den Cholesterinspiegel zu regulieren. „Statine sind gut untersucht und können bei hohen Werten das Risiko senken“, so Reetz. Besonders Menschen im mittleren Alter sollten jetzt handeln, da die Weichen für die spätere Gesundheit früh gestellt werden.
Frühzeitige Prävention ist entscheidend
Prof. Reetz appelliert: „Je früher man mit der Prävention beginnt, desto größer ist der Effekt.“ Neben der Kontrolle des Cholesterinspiegels sollten auch andere Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Hörverlust behandelt werden. Regelmäßige Bewegung und soziale Aktivitäten tragen ebenfalls zur Risikominderung bei. Die „Hirn-Docs“ der FUNKE Mediengruppe berichten regelmäßig über neurologische Erkrankungen und geben praktische Tipps zur Vorbeugung.



