Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit leidet seit Jahren an Lungenfibrose, einer chronischen Erkrankung, die ihr zunehmend das Atmen erschwert. Nun hat das norwegische Königshaus bekannt gegeben, dass sie auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt wurde. Diese Nachricht lenkt weltweit die Aufmerksamkeit auf eine Krankheit, die oft spät erkannt wird und viele Menschen betrifft. Hier erfahren Sie, was Lungenfibrose ist, welche Ursachen und Symptome sie hat und wie sie behandelt wird.
Was ist Lungenfibrose?
Bei einer Lungenfibrose vernarbt das Lungengewebe. Die feinen Wände der Lungenbläschen, die für den Gasaustausch verantwortlich sind, werden dicker und steifer. Dadurch kann die Lunge weniger Sauerstoff aufnehmen, was zu Atemnot führt. Laut dem Verein Lungenfibrose e.V. handelt es sich nicht um eine einzelne Krankheit, sondern um eine Gruppe von Erkrankungen mit ähnlichen Folgen.
Ursachen der Lungenfibrose
Die Ursachen sind vielfältig. Bei der häufigsten Form, der idiopathischen Lungenfibrose, ist keine eindeutige Ursache bekannt. Andere Formen können durch folgende Faktoren ausgelöst werden:
- Langjährige Belastung durch Staub, Asbest oder andere Schadstoffe
- Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis
- Bestimmte Medikamente
- Frühere Infektionen
- Genetische Veranlagungen
Durch die Schädigung des Lungengewebes kommt es zu einer überschießenden Narbenbildung, die sich im Laufe der Zeit ausbreitet.
Symptome der Lungenfibrose
Die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend. Viele Betroffene bemerken zunächst nur, dass sie bei körperlicher Belastung schneller außer Atem geraten. Typische Warnzeichen sind:
- Atemnot, zunächst bei Belastung, später auch in Ruhe
- Trockener Reizhusten
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Verminderte körperliche Leistungsfähigkeit
- Unbeabsichtigter Gewichtsverlust
Da die Beschwerden oft unspezifisch sind, vergeht bis zur Diagnose häufig einige Zeit.
Diagnose der Lungenfibrose
Die Diagnose erfolgt durch mehrere Untersuchungen:
- Lungenfunktionstests
- Blutuntersuchungen
- Hochauflösende Computertomografie (CT) der Lunge
- Gegebenenfalls eine Biopsie (Gewebeprobe) der Lunge
Behandlung der Lungenfibrose
Eine Heilung ist nicht möglich, da bereits entstandene Vernarbungen nicht rückgängig gemacht werden können. Ziel der Behandlung ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und Beschwerden zu lindern. Mögliche Behandlungen sind:
- Spezielle Medikamente, die die Vernarbung verlangsamen
- Sauerstofftherapie bei Sauerstoffmangel
- Atem- und Bewegungstherapie
- Behandlung möglicher Grunderkrankungen
- Verzicht auf Rauchen
- Lungentransplantation bei schwerem Krankheitsverlauf
Wann ist eine Lungentransplantation notwendig?
Wenn die Erkrankung trotz Behandlung fortschreitet und die Lunge nicht mehr ausreichend Sauerstoff aufnehmen kann, ist eine Transplantation die letzte therapeutische Option. Dabei werden eine oder beide erkrankten Lungen durch Spenderorgane ersetzt. Da geeignete Spenderorgane knapp sind, müssen Patienten oft lange warten.
Wie viele Menschen sind betroffen?
In Deutschland leben schätzungsweise 20.000 Menschen mit einer Lungenfibrose. Die Erkrankung tritt meist ab dem 45. Lebensjahr auf, das Durchschnittsalter liegt bei 65 Jahren. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Weltweit sind mehrere Millionen Menschen von verschiedenen Formen der Lungenfibrose betroffen.
Überlebenschancen
Die Prognose hängt von der Form der Lungenfibrose, dem Alter der Patienten und dem Zeitpunkt der Diagnose ab. Moderne Medikamente haben die Behandlungsmöglichkeiten verbessert und können das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Eine frühe Diagnose, konsequente Behandlung und regelmäßige ärztliche Kontrollen sind entscheidend für eine bessere Prognose.



