Lungenfibrose: Eine unheilbare Krankheit, die die Atmung beeinträchtigt
Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit leidet an Lungenfibrose, einer Erkrankung, bei der das Lungengewebe zunehmend vernarbt. Dies führt zu einer erschwerten Atmung. Die Krankheit ist nicht heilbar, aber ihr Fortschreiten kann durch Medikamente oder die Bekämpfung der Ursachen verlangsamt werden. In manchen Fällen ist eine Lungentransplantation erforderlich, wie bei Mette-Marit, die kürzlich eine neue Lunge erhalten hat.
Was ist Lungenfibrose?
Lungenfibrose ist ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen, die durch eine chronische Entzündung des Lungengewebes gekennzeichnet sind. Mögliche Auslöser sind unter anderem Lungenkrankheiten, Allergene, rheumatoide Arthritis und bestimmte Medikamente. Allen gemeinsam ist die zunehmende Vernarbung des Gewebes, wodurch Sauerstoff immer schlechter von den Lungenbläschen aufgenommen und in den Blutkreislauf transportiert werden kann. Anfangs treten Symptome wie trockener Reizhusten und Atemnot bei körperlicher Belastung auf, später auch im Ruhezustand.
Lungentransplantation: Ein neues Leben nach dem Eingriff
In Deutschland können Patienten auf eine Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt werden, wenn ihre Lebensqualität stark eingeschränkt ist oder ihr Leben gefährdet ist und weitere Bedingungen erfüllt sind. Im Jahr 2025 wurden laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) insgesamt 334 Lungentransplantationen durchgeführt. Die Lebensqualität der Empfänger verbessert sich nach dem Eingriff deutlich. „Das Leben danach ist nicht so wie das 20 Jahre zuvor. Es ist ein neues Leben“, sagt Fabio Ius, Leiter des Lungentransplantationsprogramms an der Medizinischen Hochschule Hannover. Viele transplantierte Menschen können nach einigen Wochen wieder arbeiten.
Lebenslange Medikamente und Risiken
Um eine Abstoßung des neuen Organs zu verhindern, müssen die Patienten lebenslang Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken. Dadurch wird der Körper anfälliger für Infektionen, insbesondere der Lunge, da diese viel Kontakt zur Außenwelt hat. „Ohne Mundschutz sollten Betroffene im Winter weder im Zug noch im Flugzeug sitzen“, rät Ius. Nach mehreren Jahren kann es bei einigen Transplantierten zu einer chronischen Abstoßung der Lunge kommen, bei der die Organfunktion trotz Immuntherapie abnimmt. In ausgewählten Fällen wird dann eine erneute Transplantation durchgeführt. Die Medikamente können auch das Herz-Kreislauf-System, die Nierenfunktion und die Entwicklung von Tumoren beeinflussen und Diabetes verstärken.
Steigende Lebenserwartung nach Transplantation
Laut Lungeninformationsdienst ist die Lebenserwartung nach einer Lungentransplantation in den letzten Jahren stark gestiegen. „Mittlerweile ist zu erwarten, dass Patienten, die heute transplantiert werden, Lebenserwartungen von deutlich über zehn Jahren haben.“ Es gibt bereits erste Patienten, die 20 bis 25 Jahre erfolgreich transplantiert sind. Ende 2025 standen in Deutschland laut Eurotransplant 323 Menschen auf der Warteliste für eine Spenderlunge. Die Wartezeit beträgt laut DSO mehrere Monate und hängt von der Dringlichkeit und den Erfolgsaussichten ab. 2025 gab es 411 Anmeldungen für die Warteliste, etwa 150 davon aufgrund von Lungenfibrose.
Organspende: Mangel an Spendern und mögliche Neuregelung
Die Wartelisten für Spenderorgane sind lang. Obwohl im vergangenen Jahr etwas mehr Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet haben als im Vorjahr, reicht die Spendebereitschaft nicht aus. 3.150 Menschen erhielten 2025 Spenderorgane, während Ende des Jahres rund 8.200 Menschen auf der Warteliste standen. Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern müssen verstorbene Personen in Deutschland zu Lebzeiten oder stellvertretend die Angehörigen einer Organentnahme explizit zugestimmt haben. Eine Gruppe von Abgeordneten über Fraktionsgrenzen hinweg fordert eine Neuregelung: Ab 2030 soll jede volljährige und einwilligungsfähige Person zunächst als Organspender gelten, es sei denn, sie widerspricht zu Lebzeiten ausdrücklich. Kritiker sehen darin einen Grundrechtseingriff.



