Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit hat sich erfolgreich einer Lungentransplantation unterzogen. Das bestätigte das norwegische Königshaus. Ein Lungenexperte zieht einen Vergleich mit Schlagersänger Roland Kaiser, der ebenfalls eine neue Lunge erhielt und seitdem gut damit lebt. Die Prognose für die 52-Jährige ist hoffnungsvoll, jedoch sind die Risiken nicht zu unterschätzen.
Hintergrund der Erkrankung
Mette-Marit leidet seit Jahren an schwerer Lungenfibrose. Im Herbst 2025 hatten Tests eine deutliche Verschlechterung ihres Gesundheitszustands gezeigt. Der Palast erklärte damals, man nähere sich dem Zeitpunkt, an dem eine Transplantation notwendig werde. Nun wurde die Operation durchgeführt – mit Erfolg.
Der Eingriff im Detail
Prof. Dr. Christian Taube, Direktor der Klinik für Pneumologie der Universitätsmedizin Essen-Ruhrlandklinik, erläutert den Ablauf: „Der Brustkorb wird eröffnet, dann werden die beiden Lungenflügel nacheinander transplantiert. Die großen Atemwege der Spenderlunge werden mit denen des Empfängers verbunden, ebenso das Gefäßsystem.“ Lungenfibrose und COPD gehören zu den häufigsten Gründen für eine solche Transplantation.
Vergleich mit Roland Kaiser
Taube zieht einen optimistischen Vergleich: „Wir kennen alle einen prominenten Vertreter, der sehr gut mit seiner neuen Lunge lebt: Roland Kaiser. Das hat bei ihm einen sehr guten Verlauf genommen.“ Allerdings räumt er ein, dass 40 bis 50 Prozent der Empfänger längerfristig Abstoßungsreaktionen entwickeln, die zum Organverlust führen können. Viele kämen aber zehn oder zwanzig Jahre gut zurecht.
Nachsorge und Leitlinien
Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin hat eine weltweit erste Leitlinie zur Verbesserung der Nachsorge für Transplantierte herausgegeben. Taube betont die Bedeutung klarer Vorgaben zu Medikamenten, Therapien und Nachsorgeterminen. Für Mette-Marit beginnt nun eine entscheidende Phase der Rehabilitation und Anpassung an das neue Organ.



