Um 1.30 Uhr nachts gibt es zwei hell erleuchtete Küchen in einem Hinterhof. Eine davon gehört der Wissenschaftsredakteurin Miray Caliskan, die andere ihrem Nachbarn gegenüber. Oft sieht sie ihn im Halbdunkeln an einem Tisch sitzen, manchmal streichelt er seine Katze. Sie findet das tröstlich, fragt sich aber jedes Mal: Macht er auch eine Schlaftherapie? Oder halten ihn seine Gedanken wach? Diese Szene beschreibt Caliskan in Teil 4 ihrer Serie „Sleep Hacks“ im Tagesspiegel.
Das Problem: Nächtliches Grübeln
Viele Menschen leiden unter nächtlichem Grübeln. Gedanken kreisen um Probleme des Alltags, Ängste oder Entscheidungen. Der Kopf ist hellwach, obwohl der Körper Ruhe braucht. Laut der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) haben etwa 25 Prozent der Erwachsenen in Deutschland gelegentlich Ein- oder Durchschlafprobleme. Chronische Schlafstörungen betreffen rund 6 Prozent.
Die simple Methode gegen Gedankenkarussell
Caliskan stellt in ihrer Serie eine einfache, aber wirksame Methode vor: die kognitive Umstrukturierung. Dabei geht es darum, negative Gedankenmuster zu durchbrechen. Eine konkrete Technik ist das „Gedankenstopp“-Verfahren: Sobald ein quälender Gedanke auftaucht, sagt man innerlich laut „Stopp!“ und lenkt die Aufmerksamkeit bewusst auf etwas Neutrales oder Angenehmes, etwa auf die Atmung oder ein ruhiges Bild. Studien zeigen, dass diese Methode die Einschlafzeit verkürzen kann.
Weitere Tipps aus der Serie
Die Serie „Sleep Hacks“ bietet weitere praxisnahe Ratschläge: feste Schlafenszeiten einhalten, Bildschirme vor dem Schlafengehen meiden, das Schlafzimmer kühl und dunkel halten. Auch Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder autogenes Training können helfen. Caliskan betont: „Es ist wichtig, die individuell passende Methode zu finden.“
Fazit: Hilfe für die Nacht
Wer nachts wach liegt und grübelt, muss nicht verzweifeln. Mit einfachen Techniken wie dem Gedankenstopp lässt sich das Gedankenkarussell stoppen. Der Nachbar im Hinterhof könnte vielleicht auch davon profitieren – oder er hat längst seine eigene Methode gefunden.



