Pferdesport und Krebsvorsorge: Eine wunderbare Allianz in Hohen Wieschendorf
Auf der DKB Pferdewoche auf Gut Hohen Wieschendorf in Mecklenburg-Vorpommern trafen sich Pferdesport und Krebsvorsorge zu einer besonderen Allianz. Veranstalter Enno Glantz lud auch in diesem Jahr wieder auf seine Reitsportanlage ein, um Menschen und Tiere zusammenzubringen. Während draußen Olympiasieger Christian Kukuk das Championat über 1,55 Meter hohe Hindernisse gegen 58 Reiter aus 19 Nationen gewann, feierten die Besucher auf dem Festgelände ein Fest der Pferdeliebe mit gutem Essen, Zirkus, Riesenrad und kühlen Weinen.
Im VIP-Zelt saßen Julia Becker, Verlegerin und Aufsichtsratsvorsitzende der FUNKE Mediengruppe, und Eric Bussert, Vorstand der HanseMerkur, und sprachen nicht nur über Pferde. Julia Becker ist Mitglied im Soundingboard von yeswecan!cer, Deutschlands größter digitaler Selbsthilfegruppe für Krebspatienten und Angehörige. Dieses Gremium bringt Menschen aus Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um die Arbeit der Community zu unterstützen. Eric Bussert und die HanseMerkur engagieren sich mit der Aktion „Wir gegen Krebs“ für Krebsvorsorge.
Erste Aktion brachte 100.000 Euro
Bereits eine Sondertrikot-Auktion des HSV, gesponsert von der HanseMerkur, hatte 100.000 Euro für yeswecan!cer eingebracht. Auf der Pferdewoche setzte Bussert sein Engagement fort. „Wie bei vielen anderen habe auch ich in der Familiengeschichte mehrere Krebsfälle und damit eine andere Sensibilität für das Thema“, erklärte er. Die HanseMerkur befasse sich intensiv mit Krebsprävention und Früherkennung: „Wir wollen als Krankenversicherer Tabus abbauen und zeigen, wie wichtig Früherkennung ist.“
Versteigerung eines besonderen Reitlehrgangs
Ein gemeinsamer „Wir gegen Krebs“-Sprung von yeswecan!cer und HanseMerkur war nicht die einzige Aktion. Bundestrainer Otto Becker, Ehemann von Julia Becker, wollte ebenfalls seinen Beitrag leisten. Julia Becker schlug vor: „Du investierst zwei Tage deiner Zeit bei uns zu Hause, und wir lassen einen Wochenendlehrgang ersteigern. Ich koche und mein Mann trainiert, denn sein Wissen aus fast vierzig Jahren Karriere ist besonders.“
So kam es zu einer ungewöhnlichen Versteigerung: zwei Tage mit dem eigenen Pferd auf der Reitanlage der Familie Becker im Münsterland, inklusive zwei individuellen Reitstunden. Die Zahnärztin Dr. Simone Kröly aus Isernhagen ersteigerte das Paket für 8000 Euro. Ihre Tochter Franca gehörte 2023 zur deutschen EM-Equipe der Pony-Springreiter. Julia Becker freute sich: „Ich bin glücklich, dass es eine Dame ersteigert hat, die dem Pferdesport verbunden ist und selbst eine reitende Tochter hat.“ Dr. Kröly betonte: „Ich habe es für die Sache ersteigert, denn das Projekt ist mir wichtig. Wie wir es umsetzen, sehen wir dann.“
Gemeinsam gegen Gebärmutterhalskrebs
Die 8000 Euro fließen vollständig an yeswecan!cer in eine geplante HPV-Kampagne, die in diesem Jahr startet. Ziel ist es, auf die HPV-Impfung und die Prävention von Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten aufmerksam zu machen. Die HanseMerkur hatte dazu mehrere Studien in Auftrag gegeben. Eric Bussert erklärte: „In Deutschland gibt es jährlich etwa 500.000 Neuerkrankungen an Krebs. Unsere Studien zeigen, dass das Wissen über Prävention und Therapie noch viel zu gering ist.“
Nicht allein in der Ohnmacht
Julia Becker betonte: „Uns liegt die Mischung aus Studien, Austausch, Vernetzung und Selbsthilfe am Herzen. Wir wollen nicht nur Erkrankte ansprechen, sondern auch pflegende Angehörige, Partner und Freunde. Krebs braucht Kommunikation.“ Nach den Gesprächen zeigte Becker Bussert noch die Pferde, darunter den verschmusten Camelot, den sie gern mit dem ersten Morgenkaffee im Stall besucht, und den von ihr selbst gezüchteten Diaquito.
Gut Wieschendorf: Eine Bereicherung für die Region
Das Mega-Event in Hohen Wieschendorf brachte Menschen und Tiere zusammen. Gastgeber Enno Glantz, der „Erdbeerkönig“, hatte 1991 nach der Wiedervereinigung einen Großteil des großelterlichen Gutes wieder bewirtschaftet und baut auf 380 Hektar Erdbeeren, Weihnachtsbäume, Getreide, Raps und Zuckerrüben an. „Unser Ziel war es, den Ausstellerbereich zu vergrößern, und das ist gelungen“, zog er Resümee. Auf die Frage nach seiner Heimat lächelte er: „Meine Wurzeln liegen hier. Meine Familie wurde vertrieben, und die Rückkehr nach der Wiedervereinigung war der Höhepunkt meines Lebens. Deshalb ist es mir wichtig, diese Region stark zu machen.“



