Krankenhausreform: Potsdamer Kliniken streichen Leistungen
Potsdamer Kliniken streichen Leistungen wegen Reform

Die Krankenhausreform hat konkrete Auswirkungen auf die medizinische Versorgung in Potsdam. Zwei große Kliniken der Landeshauptstadt kündigen an, ihr Leistungsspektrum deutlich zu reduzieren und sich stärker zu spezialisieren. Das Klinikum Ernst von Bergmann wird künftig die Bereiche Orthopädie und Gefäßchirurgie nicht mehr anbieten. Gleichzeitig zieht sich das Alexianer St. Josefs-Krankenhaus aus der Neurologie sowie der Frauenheilkunde und Geburtshilfe zurück. Die Maßnahmen sind eine direkte Folge der bundesweiten Krankenhausreform, die auf Kostensenkung und Qualitätssteigerung abzielt.

Klinikum Ernst von Bergmann gibt Orthopädie und Gefäßchirurgie auf

Das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam begründet den Schritt mit einer strategischen Neuausrichtung. „Nicht jedes spezialisierte medizinische Angebot kann künftig dauerhaft an jedem Krankenhausstandort vorgehalten werden“, erklärte das Haus in einer Mitteilung. Die beiden betroffenen Fachbereiche Orthopädie und Gefäßchirurgie werden demnach nicht mehr parallel zum St. Josefs-Krankenhaus angeboten. Stattdessen will sich das Klinikum auf andere Schwerpunkte konzentrieren. Die genauen Zahlen der betroffenen Mitarbeiter wurden zunächst nicht genannt.

St. Josefs-Krankenhaus schließt Neurologie und Geburtshilfe

Das Alexianer St. Josefs-Krankenhaus reagiert ebenfalls auf die Vorgaben der Reform. Zum 1. August werden die Abteilungen für Neurologie sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe geschlossen. „Die neuen gesetzlichen Anforderungen führen dazu, dass medizinische Leistungen künftig stärker konzentriert werden müssen, um die vorgegebenen Qualitätskriterien dauerhaft erfüllen zu können“, sagte Regionalgeschäftsführer Alexander Mommert. Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen. Besonders prekär ist die Lage für Ärzte und Hebammen, die etwa zwei Drittel der Betroffenen ausmachen: Für sie gibt es derzeit keine Perspektive für eine Weiterbeschäftigung. Für Pflege- und Funktionspersonal werden dagegen Einsatzmöglichkeiten in Partnerkliniken geprüft.

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Neue Schwerpunkte und Kooperationen

Das St. Josefs-Krankenhaus und die Oberlinklinik in Potsdam, die ab 2027 mehrheitlich zu den Alexianern gehört, wollen sich künftig auf Chirurgie, Innere Medizin, Gefäßmedizin und Orthopädie konzentrieren. Damit entsteht eine klare Arbeitsteilung zwischen den beiden großen Kliniken: Während das Ernst von Bergmann diese Bereiche abgibt, baut St. Josefs sie aus. Die Grundversorgung der Bevölkerung soll nach dem Willen der Brandenburger Landesregierung flächendeckend erhalten bleiben.

Weitere Klinikschließungen in Brandenburg

Die Entscheidungen in Potsdam sind kein Einzelfall. Bereits früher hatte das Krankenhaus in Wittstock/Dosse (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) seine Schließung für Anfang 2027 angekündigt. Die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Magen-Darm-Krankheiten soll dann in die Klinik Pritzwalk (Prignitz) verlagert werden, die Rettungswache bleibt bestehen. Auch die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow (Landkreis Teltow-Fläming) wird Ende Juli geschlossen. Die Krankenhausreform zwingt somit immer mehr Häuser zur Spezialisierung oder Aufgabe, um die gesetzlichen Qualitätsanforderungen zu erfüllen und wirtschaftlich zu bleiben.

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