VBKI: Nur qualifizierte Personen in Stadträte und Staatssekretäre
VBKI: Nur Qualifizierte in Stadträte und Staatssekretäre

Der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) hat sich in den Berliner Wahlkampf eingeschaltet und fordert von den politischen Parteien ein klares Bekenntnis zu wirtschaftlichem Wachstum, Innovation und effizienten Verwaltungsstrukturen. Insbesondere verlangt der VBKI, dass künftig nur noch qualifizierte Personen in die Positionen von Stadträten und Staatssekretären berufen werden sollen.

Wirtschaftsclub fordert Professionalisierung der Verwaltungsspitzen

Der VBKI-Präsident Harald Christ betonte die Notwendigkeit, die Besetzung von Führungspositionen in der Berliner Verwaltung zu professionalisieren. „Wir brauchen in den Stadträten und Staatssekretariaten keine Parteisoldaten, sondern Fachleute mit nachweislicher Managementerfahrung und Führungskompetenz“, sagte Christ. Der Verein sieht in der aktuellen Praxis der politischen Ämterbesetzung ein Hindernis für wirtschaftliche Entwicklung und bürgernahe Verwaltung.

Laut einer internen Analyse des VBKI sind derzeit rund 40 Prozent der Stadträte in den Berliner Bezirken ohne spezifische Fachkenntnisse in ihren Ressorts tätig. Dies führe zu ineffizienten Entscheidungen und langwierigen Genehmigungsverfahren, die Unternehmen abschreckten. Der VBKI fordert daher verbindliche Qualifikationskriterien und transparente Auswahlverfahren.

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Wachstum und Innovation als zentrale Wahlkampfthemen

Der Wirtschaftsclub appelliert an alle Parteien, Wirtschaftsthemen in den Mittelpunkt des Wahlkampfes zu stellen. „Berlin hat enormes Potenzial, aber es wird durch bürokratische Hürden und mangelnde Digitalisierung ausgebremst“, so Christ. Der VBKI erwartet konkrete Vorschläge zur Steigerung der Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Berlin, etwa durch schnellere Baugenehmigungen, bessere digitale Infrastruktur und eine Reform der Vergabepraxis.

Eine Umfrage unter den VBKI-Mitgliedern ergab, dass 85 Prozent der Unternehmen in Berlin unter der Langsamkeit der Verwaltung leiden. Jedes zweite Unternehmen habe bereits eine Standortverlagerung in Betracht gezogen, falls sich die Situation nicht verbessere. Der VBKI fordert daher ein „Wirtschaftsministerium mit echten Kompetenzen“ im neuen Senat.

Forderung nach unabhängigen Staatssekretären

Besonders kritisch sieht der VBKI die Besetzung von Staatssekretärsposten mit Parteifreunden ohne entsprechende Erfahrung. „Staatssekretäre müssen die Verwaltung führen und Reformen umsetzen – das erfordert Expertise, nicht nur Parteibuch“, sagte Christ. Der Verein regt an, solche Positionen künftig öffentlich auszuschreiben und durch unabhängige Fachkommissionen zu besetzen.

Der VBKI, der rund 1.300 Mitglieder aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur vereint, will mit seinen Forderungen Druck auf die Parteien ausüben. Christ kündigte an, vor der Wahl ein „Wirtschaftsbarometer“ zu veröffentlichen, das die Wahlprogramme der Parteien auf ihre Wirtschaftsfreundlichkeit hin überprüft.

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