Promis brechen Tabu: Prostatakrebs-Vorsorge rettet Leben
Promis brechen Tabu: Prostatakrebs-Vorsorge rettet Leben

Prostatakrebs betrifft jeden siebten Mann im Laufe seines Lebens, dennoch gehen viel zu wenige zur Vorsorge. Scham und Heimlichtuerei sind weit verbreitet. Drei prominente Männer – Alexander Hold, Wolfgang Bosbach und Rainer Langhans – brechen nun das Schweigen und berichten über ihre Erfahrungen mit der Erkrankung. Ihr Appell: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten.

Alexander Hold: „Scham und Heimlichtuerei“ überwinden

Der ehemalige TV-Richter und heutige Vizepräsident des bayerischen Landtags Alexander Hold (64) ließ sich im April 2024 die Prostata entfernen. Er betont, dass Prostatakrebs die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland sei. Jährlich sterben rund 15.000 Männer daran. Hold kritisiert das „Schmuddel-Image“ der Krankheit, das mit Inkontinenz und Impotenz verbunden werde. „Darüber wird nach Möglichkeit nicht geredet, schon gar nicht öffentlich“, sagt er. Viele Männer sprächen ihn „flüsternd“ an und erzählten von ihrem Leiden „wie Aussätzige“. Hold selbst ging rechtzeitig zur Vorsorge und betont: „Es ist ein großer Unterschied, ob eine potenziell tödliche Krankheit früh erkannt wird oder zu spät.“ Er empfiehlt Männern ab 45 Jahren die regelmäßige Früherkennungsuntersuchung.

Wolfgang Bosbach: „Wäre ich doch zur Vorsorge gegangen“

CDU-Urgestein Wolfgang Bosbach (74) lebt seit 16 Jahren mit Prostatakrebs, der inzwischen unheilbar ist. Entdeckt wurde der Krebs 2010 zufällig bei einem Herzschrittmacher-Wechsel, als ein erhöhter PSA-Wert auffiel. „Es gab keine familiäre Vorbelastung und ich hatte keine Beschwerden, keine Schmerzen, nichts“, erinnert er sich. Weder Operation noch Strahlentherapie halfen, der Krebs streute. Heute sagt Bosbach voller Reue: „Wäre ich doch zur Vorsorge gegangen. Dabei wäre der Krebs höchstwahrscheinlich viel früher entdeckt worden – mit allerbesten Heilungschancen.“ Mit seiner Familie spricht er kaum über die Krankheit: „In meiner Familie ist das Thema Krebs ebenfalls weitestgehend tabu.“

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Rainer Langhans: Gelassenheit trotz unheilbarer Diagnose

Kommune-1-Gründer Rainer Langhans (86) erhielt die Diagnose Prostatakrebs mit 80 Jahren – ebenfalls metastasierend. Er hatte Symptome wie Inkontinenz und nächtlichen Harndrang und kam mit einem Harnverschluss ins Krankenhaus. Die Ärzte erklärten ihn für unheilbar und boten nur palliative Hilfe. Langhans reagierte gelassen: „Die Diagnose erschreckte meine Freunde zu Tode, mich aber überhaupt nicht.“ Er begegnet der Krankheit mit Spiritualität und zitiert die Bibel: „Liebet eure Feinde.“ Er will sich „weiter im Sterben und im gelassenen Umgang damit üben“.

Niedrige Vorsorgequote: Nur 23,3 Prozent gehen zur Früherkennung

Die Barmer-Versicherung stellte 2024 fest, dass nur 23,3 Prozent ihrer männlichen Versicherten ab 45 Jahren zur Früherkennung gehen. Um das zu ändern, werben auch jüngere Prominente wie Micky Beisenherz (48) und Joe Laschet (37) im Rahmen der Initiative „Nichts verpassen“ für Aufklärung. Mode-Influencer Joe Laschet verlor kürzlich einen Wegbegleiter an Prostatakrebs und sagt: „Die Gefahr ist, dass man im Frühstadium keine großen Symptome hat. Wenn man aber Symptome hat, wird es schwierig. Jeder über 45 sollte regelmäßig zur Vorsorge gehen!“ Die drei Prominenten teilen ihre Geschichten im kostenlosen Ratgeber-Buch „Früh genug“ (157 Seiten, Berg & Feierabend), um Männer zu ermutigen, frühzeitig zum Urologen zu gehen.

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