Madonna hat sich klar gegen den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Kunst ausgesprochen. In einem Interview mit der italienischen Ausgabe der „Vogue“ erklärte die 67-jährige Sängerin, dass Algorithmen und KI für sie das Gegenteil von Risikobereitschaft und damit auch das Gegenteil von Kunstschaffen seien.
Kritik an der digitalen Kunstwelt
Die Queen of Pop betonte, dass sie die heutige Entwicklung bedauere. Früher sei man an einem Ort mit Malern, Musikern, Tänzern und Künstlern zusammengekommen und habe füreinander gearbeitet. Diese Erfahrung schätze sie sehr. Heutzutage sei das nicht mehr der Fall. „Jetzt musst du für einen Plattenvertrag darüber nachdenken, wie viele Follower du hast“, kritisierte Madonna.
In ihrem Song „Bring Your Love“ singt sie daher die Zeile: „Lenke mich nicht mit Zahlen ab.“ Für sie bedeute dies, nicht über Charts oder Streaming-Zahlen nachzudenken. Madonna vermisst eine Zeit, in der künstlerischer Austausch und gemeinsames Schaffen im Vordergrund standen, nicht die Vermarktung über soziale Medien.
Rückzug als Inspirationsquelle
Die Sängerin zieht sich regelmäßig aus der Öffentlichkeit zurück, um ihre Kreativität zu fördern. „Ich mag es, Pausen zu machen und zu verschwinden. So regst du deine Fantasie an“, sagte sie. Sie brauche Ruhe und Tage, an denen sie nur die Verbindung zur Natur, ihren Kindern und ihren Pferden spüre. Dieser Rückzug helfe ihr, neue künstlerische Ideen zu entwickeln.
Madonnas neues Album „Confessions II“ erscheint am Freitag und ist ihr erstes Studioalbum seit 2019. Die Platte wird mit Spannung erwartet, nachdem die Künstlerin zuletzt vor allem durch ihre Tourneen und sozialen Projekte von sich reden machte.
Künstliche Intelligenz in der Musikbranche
Madonnas Kritik an KI reiht sich ein in eine Debatte, die die Musikindustrie zunehmend beschäftigt. Während einige Künstler KI als Werkzeug zur Inspiration nutzen, lehnen andere sie als Bedrohung für die menschliche Kreativität ab. Madonna gehört eindeutig zur letzteren Gruppe. Sie sieht in Algorithmen eine Gefahr für die Authentizität und Risikobereitschaft, die ihrer Meinung nach essenziell für echte Kunst sind.
Die Sängerin betonte, dass sie die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern in der Vergangenheit sehr geschätzt habe. Diese Erfahrung sei heute schwerer zu finden, da der Fokus oft auf kommerziellen Erfolg und Social-Media-Präsenz liege. Madonna ruft dazu auf, sich nicht von Zahlen ablenken zu lassen und den künstlerischen Prozess wieder in den Mittelpunkt zu stellen.



