Die eigene Mutter zu reanimieren – ein Horrorszenario, das gar nicht so selten vorkommt. Doch mit einer guten Anleitung per Telefon ist diese Aufgabe sehr viel leichter zu bewältigen, schreibt Dr. Magnus Heier in einer Kolumne für den Tagesspiegel.
Der Fall: Mutter ohne Atmung und Puls
Ein Bekannter findet seine Mutter auf dem Boden liegend – ohne sichtbare Atmung, ohne spürbaren Puls. Herzstillstand? Er ruft telefonisch den Notarzt – 112. Doch dann vergehen wertvolle Minuten, in denen der Patient ohne Hilfe bleibt. Dr. Heier betont: „Fünf Minuten sind zu lang. Die Reanimation muss sofort beginnen, noch bevor der Notarzt eintrifft.“
Warum Laien zögern
Viele Menschen haben Angst, etwas falsch zu machen, oder unterschätzen ihre Fähigkeiten. Dabei ist die Herzdruckmassage einfacher als gedacht: „Drücken Sie fest und schnell in der Mitte des Brustkorbs, etwa 100 bis 120 Mal pro Minute“, erklärt der Mediziner. Die Telefonleitstelle der 112 kann dabei Schritt für Schritt anleiten.
Die entscheidenden Minuten
Bei einem Herzstillstand sinkt die Überlebenschance pro Minute ohne Reanimation um etwa zehn Prozent. Nach fünf Minuten ist das Gehirn oft bereits irreversibel geschädigt. „Jeder Laie kann Leben retten, indem er sofort handelt“, so Dr. Heier. Die Angst vor Fehlern sei unbegründet: „Selbst eine nicht perfekte Reanimation ist besser als gar keine.“
Was die Leitstelle rät
Die 112-Notrufzentralen in Deutschland sind darauf geschult, Anrufer durch die Reanimation zu führen. Sie fragen nach Bewusstsein und Atmung und geben dann klare Anweisungen. Dr. Heier appelliert: „Hören Sie nicht auf zu drücken, bis der Rettungsdienst übernimmt. Auch wenn es anstrengend ist – jede Sekunde zählt.“
Fazit: Sofort handeln rettet Leben
Die Kolumne macht deutlich: Im Notfall ist schnelles Handeln wichtiger als Perfektion. Laien sollten sich nicht scheuen, die Reanimation zu beginnen. Mit der Unterstützung der Leitstelle können sie Überlebenschancen drastisch erhöhen. Dr. Heier abschließend: „Reanimation ist keine Heldentat, sondern Bürgerpflicht.“



