Studie: Rettungseinsätze in Berlin während Hitzewelle um 23 Prozent gestiegen
Rettungseinsätze in Berlin während Hitzewelle um 23 Prozent gestiegen

Während der historischen Hitzewelle Ende Juni ist die Zahl der Rettungseinsätze in Berlin laut einer Studie der Freien Universität Berlin drastisch gestiegen. Die Einsatzzahl lag rund 23 Prozent über dem für diesen Zeitraum normalerweise zu erwartenden Wert. Konkret untersuchte die Studie die heißen Tage zwischen dem 24. Juni und dem 2. Juli, wobei die Tage zwischen dem 4. und 17. Juni als Vergleichsperiode dienten.

Rund 3.000 zusätzliche Rettungseinsätze

Die Rettungskräfte rückten während der Hitzewelle zu etwa 3.000 mehr Einsätzen aus als in der Vergleichsperiode. Insgesamt verzeichnete die Feuerwehr rund 15.500 Einsätze. Einen besonders hohen Anstieg gab es in Spandau mit rund 40 Prozent mehr Einsätzen. Es folgten Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf und Mitte.

Einschränkungen bei der Interpretation

Bei der Interpretation der Ergebnisse müsse beachtet werden, dass nicht jeder zusätzliche Einsatz während der Hitzewelle auch durch die Hitze verursacht worden sei, heißt es in der Studie. Eine genaue Unterscheidung lasse sich nur mit detaillierteren Daten über die Einsatzursachen vornehmen, die dem Studienautor nicht vorlagen.

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Temperaturrekord und bundesweite Folgen

In Berlin wurde diesen Sommer ein Temperaturrekord geknackt: Am 27. Juni maß der Deutsche Wetterdienst in Tempelhof mit 39,9 Grad Celsius die höchste jemals gemessene Temperatur. Deutschlandweit forderte die extreme Hitze Ende Juni Schätzungen des Robert Koch-Instituts zufolge mehr als 4.000 Todesopfer.

Nachwirkungen der Hitzewelle

Besonders auffällig sei, dass die Einsatzzahlen auch nach dem meteorologischen Ende der Hitzewelle noch mehrere Tage lang deutlich erhöht blieben, obwohl die Temperaturen bereits wieder auf normale Werte gesunken waren. „Die gesundheitlichen Folgen extremer Hitze reichen demnach weit über die eigentliche Hitzewelle hinaus. Für Rettungsdienste und Krankenhäuser bedeutet das, dass die hohe Belastung nicht zwangsläufig mit dem Ende einer Hitzewarnung endet“, erklärt Studienautor Daniel Kruppke-Hansen in einer Mitteilung.

Für die Analyse wertete der Meteorologe und Physiker Einsatzzahlen aus, die die Berliner Feuerwehr auf einem Online-Portal frei zur Verfügung stellt.

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