Ärztechef Gassen fordert 20 Euro pro Zigarettenpackung
Ärztechef Gassen: 20 Euro pro Zigarettenpackung

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hat eine drastische Erhöhung der Zigarettenpreise auf 20 Euro pro Packung gefordert. Damit solle vor allem Jugendlichen der Einstieg in das Rauchen erschwert werden. Aktuell kostet eine 20er-Schachtel im Durchschnitt rund 8,80 Euro. Die Bundesregierung plant zwar eine schrittweise Erhöhung der Tabaksteuer, bis 2030 soll der Preis jedoch nur auf etwa 11,40 Euro steigen. Gassen hält dies für unzureichend.

Gesundheitliche Folgen des Rauchens

„Wir Deutsche gehen nicht gut mit unserer Gesundheit um. Deshalb ist unsere Lebenserwartung unter dem EU-Schnitt. Das Rauchen und der Alkoholkonsum beginnen oft schon in der Jugend. Da können Ärzte und das Gesundheitssystem nur als Reparaturbetrieb versuchen, die Folgen aufzufangen“, sagte Gassen der Bild-Zeitung. Eine drastische Preiserhöhung sei ein wirksames Mittel, um Jugendliche vom Rauchen abzuhalten. „Kostet eine Schachtel Zigaretten 20 Euro, werden Jugendliche sich das nicht mehr wie heute leisten können. Das Schnorren von Zigaretten wird dann auch nicht mehr von Erfolg gekrönt sein.“

Unterstützung von Kinder- und Jugendärzten

Der Vorstand des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Jakob Maske, unterstützt die Forderung. „8 bis 9 Prozent aller 13- bis 17-Jährigen rauchen. Höhere Preise würden viele Jugendliche vom Rauchen abhalten. Die Preise für Zigaretten sollten mindestens verdoppelt werden. Auch das neue Rauchen muss bedacht werden. Vapes müssten teurer werden“, so Maske. Vapes, also E-Zigaretten, gewinnen besonders bei Jugendlichen an Beliebtheit.

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Bundesdrogenbeauftragter für höhere Tabaksteuer

Bereits Anfang des Jahres hatte der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) eine höhere Tabaksteuer vorgeschlagen. Höhere Steuern seien „kein moralischer Zeigefinger, sondern eines der wirksamsten Instrumente für Gesundheitsschutz“, erklärte Streeck.

Gassen fordert auch höhere Alkoholsteuern

Neben Zigaretten spricht sich Gassen auch für höhere Steuern auf Spirituosen aus. „Auch Spirituosen sind deutlich zu günstig. Muss eine Flasche Wodka 5 Euro kosten? Nein, sie müsste 20 Euro kosten. Dann würden Jugendliche nicht damit vortrinken, bevor sie feiern gehen.“ Dies sei gut für die Prävention. „Als Nebeneffekt würden Milliarden zusätzliche Steuereinnahmen in den Haushalt fließen“, so Gassen.

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