Eine aktuelle Analyse von 843 Studien zeigt, dass bereits ein Glas Wein oder Bier täglich das Risiko für bestimmte Krebsarten signifikant erhöhen kann. Die in der Fachzeitschrift „Nature Health“ veröffentlichte Untersuchung wertete Daten aus den Jahren 1961 bis 2023 aus und berücksichtigte dabei streng methodische Unsicherheiten.
Krebsrisiko steigt bereits bei geringen Mengen
Der deutlichste Zusammenhang fand sich bei Rachenkrebs: Bei üblichen Konsummengen war das Risiko um mindestens 105 Prozent erhöht. Schon geringe Alkoholmengen führten zu einem messbar höheren Risiko, das mit zunehmendem Konsum weiter anstieg. Auch für Leberzirrhose, chronische Lebererkrankungen, Bauchspeicheldrüsenentzündungen sowie mehrere Krebsarten fanden die Forscher belastbare Hinweise auf erhöhte Risiken. Bei Leberzirrhose lag das Risiko im Bereich üblicher Trinkmengen mindestens 40 Prozent höher.
Weitere betroffene Krebsarten
Erhöhte Risiken beobachteten die Wissenschaftler außerdem bei Darm-, Kehlkopf-, Lippen- und Mundhöhlenkrebs. Hinweise auf Zusammenhänge gab es auch für Brust-, Speiseröhren-, Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie Vorhofflimmern. Die Datenlage war hier jedoch weniger eindeutig. Die Analyse zählt zu den bislang umfassendsten Arbeiten zu diesem Thema, basiert jedoch auf Beobachtungsstudien, die Zusammenhänge, aber keine Kausalität nachweisen können.
Mögliche Schutzeffekte bei geringem Konsum?
Gleichzeitig fanden die Forscher Hinweise darauf, dass geringe bis moderate Alkoholmengen mit einem niedrigeren Risiko für Typ-2-Diabetes sowie Alzheimer und andere Demenzformen verbunden sein könnten. Bei höherem Konsum verschwand dieser mögliche Vorteil wieder. Ähnliches zeigte sich bei Herzkrankheiten und Schlaganfällen. Die Autoren bewerteten diese möglichen Schutzeffekte jedoch als unsicher und betonten, dass die Daten weder belegen, dass Alkohol gesund ist, noch dass jede Trinkmenge gleichermaßen schädlich wirkt.
Fazit der Forscher
Die Untersuchung zeigt klar: Für mehrere Krebsarten steigt das Risiko bereits bei vergleichsweise geringen Trinkmengen. Die Forscher mahnen daher zur Vorsicht und empfehlen, den Alkoholkonsum zu reduzieren, um das Krebsrisiko zu senken.



