In Schleswig-Holstein wird schwarzer Hautkrebs so häufig diagnostiziert wie in fast keinem anderen Bundesland. Das zeigt eine Analyse des Barmer-Arztreports, die auf ambulanten Diagnosedaten aus dem Jahr 2024 basiert. Demnach erhalten 8,9 von 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern im nördlichsten Bundesland die Diagnose malignes Melanom – hochgerechnet sind das rund 26.000 betroffene Menschen. Nur Hessen und Bayern verzeichnen noch höhere Diagnosewerte.
Rate liegt elf Prozent über dem Bundesschnitt
Die Diagnoserate in Schleswig-Holstein übersteigt damit den bundesweiten Durchschnitt von 8,0 je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner um elf Prozent. Besonders deutlich wird die Belastung bei älteren Menschen: In der Altersgruppe der 70- bis 89-Jährigen wird schwarzer Hautkrebs bei 22,5 von 1.000 Personen festgestellt – auch das liegt rund zehn Prozent über dem Wert für diese Altersgruppe in ganz Deutschland.
„Die Zahlen zeigen, wie wichtig ein bewusster Umgang mit UV-Strahlung ist“, sagt Anneke Rieh, Landgeschäftsführerin der Barmer in Schleswig-Holstein. „Wer auf Sonnenschutz verzichtet, riskiert nicht nur akute Hautschäden wie Sonnenbrand, sondern erhöht auch langfristig sein Hautkrebsrisiko.“
UV-Schutz besonders in der Sommerzeit entscheidend
Angesichts dieser Zahlen ruft die Landesvorsitzende der Krankenkasse insbesondere in den Sommermonaten zu konsequentem UV-Schutz auf. „Bei Aktivitäten im Freien sollte die Haut durch Sonnenschutzmittel und geeignete Kleidung geschützt werden“, betont sie. Kinder benötigten dabei besondere Aufmerksamkeit: Ihre empfindliche Haut erfordere einen hohen Lichtschutzfaktor, Kopfbedeckung und Schatten.
Die Analyse des Barmer-Arztreports verdeutlicht, dass UV-Schäden oft erst Jahre später sichtbar werden. Gerade die hohe Rate bei älteren Menschen zeigt, wie stark sich frühere Sonnenexposition im Laufe des Lebens auswirken kann. Medizinerinnen und Mediziner empfehlen deshalb nicht nur im Sommer, sondern ganzjährig auf einen ausreichenden Sonnenschutz zu achten, insbesondere bei Aktivitäten im Freien.
Früherkennung rettet Leben
Schwarzer Hautkrebs gilt als besonders gefährliche Form von Hautkrebs, da er frühzeitig Tochtergeschwülste bilden kann. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Die Barmer weist in ihrem Report darauf hin, dass regelmäßige Hautchecks zur Früherkennung beitragen können. Gesetzlich Versicherte haben in Deutschland ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebsscreening.
Die Zahlen für Schleswig-Holstein liegen über dem Trend in den westlichen Bundesländern, während die neuen Bundesländer teils niedrigere Raten aufweisen. Ursachen für die regionalen Unterschiede sehen Fachleute unter anderem in unterschiedlichem Freizeitverhalten, im Hauttyp der Bevölkerung und in der regionalen Sonnenintensität. Auch die Dokumentationspraxis in den Arztpraxen kann eine Rolle spielen.
Appell der Krankenkasse an die Bevölkerung
Anneke Rieh appelliert an alle Menschen in Schleswig-Holstein, den Sonnenschutz ernst zu nehmen: „Gerade in einem Land mit vielen Küsten und Outdoor-Aktivitäten ist ein bewusster Umgang mit der Sonne unverzichtbar.“ Sie empfiehlt, die Mittagssonne zu meiden, lange Kleidung zu tragen und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor großzügig aufzutragen – und das nicht nur am Strand, sondern auch im Alltag.
Die vollständigen Ergebnisse des Barmer-Arztreports sind auf der Website der Krankenkasse abrufbar. Die Analyse basiert auf Daten von rund 26.000 betroffenen Versicherten in Schleswig-Holstein und bietet damit eine verlässliche Grundlage für gesundheitspolitische Maßnahmen zur Prävention von Hautkrebs.



